STOLZ IM KESSEL: DIE FRIEDRICHSHAFENER HÜTTE

Sie liegt 2151 Meter hoch auf der Muttenalpe, hoch über dem Paznaun, stolz, kräftig gebaut und auf steilem Gehweg (oder moderatem Fahrweg) zu erreichen. Die charmante Friedrichshafener Hütte besteht gleich aus zwei Häusern, eines für Wanderer, die ein Bett brauchen, eines für alle, die Hunger und Durst haben. Teil 2 der Trisanna-Serie über Hütten des Paznaun.

Das Überraschendste an dieser Hütte ist nicht die geniale Aussicht auf die Silvretta und das Respekt einflößende Fluchthorn. Das Überraschendste ist der kleine Bergsee, an dessen Ufer die Friedrichshafener Hütte steht und in dem man sich nicht nur gut abkühlen kann, wenn man Wasser mit einer Temperatur von zwölf, vierzehn Grad gern hat, sondern sogar mit einem Boot kreuz und quer von Ufer zu Ufer paddeln.

Ursprünglich wurde die Friedrichshafener Hütte von Privatleuten auf die Alpe gestellt, bis sie 1924 vom Alpenverein übernommen wurde. Der Aufstieg hierher ist einfach, aber steil. Sobald der Wanderer über die Baumgrenze aufgestiegen ist, wird er für die Bewältigung der steilen Kehren mit umwerfender Aussicht belohnt. Von Mathon aus dauert die Wanderung gute zwei Stunden, von Galtür zweidreiviertel Stunden.

Es lohnt sich schon allein wegen der köstlichen Kuchen und Mehlspeisen, die Friedrichshafener Hütte anzusteuern, aber natürlich ist sie auch Ausgangspunkt für weiterführende Wanderungen. Über das Muttenjoch geht es etwa drei Stunden dem „Friedrichshafener Weg“ entlang zur Heilbronner Hütte oder über das Schafbicheljoch und durch das Fasultal drei Stunden zur Konstanzer Hütte.

Wichtigster Tipp für hartnäckige Sommergenießer: Badehose nicht vergessen!

Illustration: Tim MÖller-Kaya