HEITER AM GLETSCHERSEE: DIE NIEDERELBE HÜTTE

Zwischen Gebirgssee-Romantik und der schönsten Aussicht über das Paznaun: Die Niederelbehütte hat eine Schlüsselposition oberhalb von Kappl besetzt. Teil 4 der Trisanna-Serie über Hütten des Paznaun.

Diese Hütte ist, gemessen an den ganz alten Alpenvereinshütten in den österreichischen Alpen, eher jung: Sie wurde in den Jahren 1930 und 1931 erbaut. Sie gehört zum Gemeindegebiet von Kappl, das sich mit über 90 Weilern über den sogenannten „Sonnenbalkon“ des unteren Paznaun erstreckt.

Vom Weiler Höfen führt ein schöner Waldweg in Richtung Dias, die erste Etappe von Kappl hinauf zur Niederelbehütte. Man passiert die Heiligkreuz- und die Ruhesteinkapelle und steigt entlang dem Seßladbach zur Seßladalpe auf.

Durch das Seßladtal erreicht man schließlich die Niederelbehütte. Sie sitzt auf 2.300 Meter Höhe auf einem Bergrücken der Verwallgruppe. Die Landschaft zeigt sich von ihrer abwechslungsreichsten Seite: Gleich zwei Gebirgsseen rahmen die Niederelbehütte ein, und von der Hütte führt ein kurzer, wunderbarer Weg über den Gseßgrad zum Kappeler Kopf, dem sogenannten Hausberg von Kappl: Kaum ein Gipfelkreuz ist von einer Hütte aus bequemer zu erreichen und bietet so ein schönes Panorama.

Aussicht vom Kappeler Kopf

Auch das Fatlartal mit dem wunderschönen Riepasee ist einen Abstecher wert, wenn es nicht einer der grandiosen Gipfel sein soll, die von hier aus zu besteigen sind, zum Beispiel:

  • Fatlarspitze (2986 m), Gehzeit: 3 Stunden
  • Rucklekopf (2864 m), 2½ Stunden
  • Seßladspitze (2949 m), 2½ Stunden
  • Madaunspitze (2961 m), 3 Stunden
  • Kreuzjochspitze (2921 m), 2½ Stunden

Erst seit Beginn der sechziger Jahre wird die Niederelbehütte übrigens von einer Materialseilbahn versorgt. Als 1966 eine Reihe von Ausbauten und Erweiterungen vorgenommen wurde, entstand nicht nur die neue Gaststube, sondern auch ein Elektrizitätswerk, eine Zentralheizung und die zeitgemäße Warmwasserversorgung.

Ein letzter Tipp: Man kann natürlich auch bequem mit der Diasbahn auf die Dias hinaufgondeln und von dort in zwei Stunden über den Kieler Höhenweg zu einer der besonders schönen Hütten des Paznaun hinauf marschieren.

Illustration: Tim MÖller-Kaya