BEWEGTE GESCHICHTE, EWIGER ORT: DIE ASCHER HÜTTE

Sie ist 121 Jahre alt und trägt ihre Altersringe mit Würde. Die Aussicht von der Ascherhütte ist erstaunlich, und die Wege auf die Gipfel der Samnaungruppe gehören zu den schönsten, die man von hier unternehmen kann. Teil 5 der Trisanna-Serie über Hütten des Paznaun.

Die Hütte stammt aus der Zeit, als der Österreichische und der Deutsche Alpenverein noch in einem gemeinsamen Verbund agierten. 1896 errichtete die Sektion Asch die Hütte unter dem Blankakopf, 2256 Meter hoch.

Die Hütte war klein. Sie bestand aus einem einzigen Raum. Die Lager wurden nicht durch Wände, sondern nur durch Vorhänge von einander getrennt.

Asch – heute Aš, eine kleine Stadt in Nordwestböhmen, Teil der Tschechischen Republik – gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu Deutschland. Aber ehemalige Mitglieder der Sektion gründeten sie Anfang der fünfziger Jahre neu. Der Sektionssitz befindet sich seit damals in München.

Die Hütte ist von See auf einer etwa vierstündigen Wanderung zu erreichen, alternative Aufstiege führen von Pifang über die Medrig-Alm, was gute Geher in vier und gemütliche Geher in fünf Stunden schaffen. Von Tobadill aus müssen etwa sechs Stunden für den Aufstieg veranschlagt werden.

1957 bekam die Hütte ihre erste grundlegende Renovierung. Die Firstausrichtung wurde geändert. Ein Teil der alten Hütte konnte in den Neubau integriert werden. Bei der nächsten Erweiterung im Jahr 1975 erhielt die Hütte ihre jetzige Größe, die neben dem Restaurant 32 Plätze am Matratzenlager anbietet.

Eine ganze Reihe von Gipfeln ist in unmittelbarer Reichweite dieser Hütte, die schon viele Wanderer als einen der schönsten Orte im Paznaun bezeichnet haben. In zwei bis zweieinhalb Stunden können der Rotpleiskopf (2936 Meter), der Furgler (3004 Meter), die Gamsbergspitze (2839 Meter), der Blankakopf (2892 Meter), und der Kübelgrubenkopf (2870 Meter) erreicht werden. Auf den legendären Hexenkopf (3035 Meter) dauert es länger, nämlich zwischen fünf und sechs Stunden, je nach Kondition.

Freilich ist es auch schon allein ein Erlebnis, auf der Terrasse der Ascherhütte zu sitzen und dort zum Beispiel einen Kaiserschmarren zu essen. Der Ausblick auf die Verwallgruppe und den Hohen Riffler mit seinen 3168 Metern sind so aufregend wie eine kleine Bergtour.

Illustration: Tim MÖller-Kaya