Das Open Faces in Kappl: Darum gehts. Und so gehts.

Sprünge, spektakuläre Runs und das alles bei einem Gefälle von 60 Prozent und mehr: Die Freeride Worldtour ist eine der spektakulärsten Sportveranstaltungen, die es derzeit im Wintersport gibt. Dieses Wochenende machen die Freerider in Kappl Station.

Powdern: Für die einen der Inbegriff von Ruhe, Abgeschiedenheit und unberührtem Pulverschnee. Für die anderen die Ausgangsbasis um einen ganz besonders spektakulären Wettkampf zu veranstalten. Und letzteres wird dieses Wochenende in Kappl zu sehen sein. Da starten nämlich die Teilnehmer an den sogenannten „Open Faces“ in Kappl, einem Qualifikationsrennen für die sogenannte „Freeride World Tour“. 

Die Skifahrer und die Snowboarder stürzen sich dabei von der Quellspitze nach unten in Richtung des Kappler Skigebiets. Das Gelände gilt als eines der schwierigsten der Tour. Es ist erstens mit bis zu 60 Prozent Gefälle außergewöhnlich steil. Und hat zweitens sowohl weite Flanken für besonders schnelle Turns als auch viele Verblockungen und Felssektionen  ideal für spektakuläre Sprünge. Und genau die braucht man auch um zu gewinnen.

Und so funktioniert der Wettkampf

Freeriden ist ein Jury-Sport. Es geht dabei nicht um die Zeit, die man für die Abfahrt braucht (obwohl diese auch in die Gesamt-Note einfließt), sondern um den Style. Dieser wird von den Judges bewertet – je drei für Skifahrer und Snowboarder sowie einen Headjudge. Bewertet werden insgesamt fünf verschiedene Kriterien: die Flüssigkeit des Runs (der Freerider sollte Klarerweise nicht stehen bleiben), die Kontrolle (sprich Tempo und Landungen), die Linienwahl, die Technik sowie die Kategorie Air&Style. Diese beinhaltet unter anderen die Höhe der Sprünge, die Kontrolle in der Luft und die Schwierigkeit der Tricks angepasst an die Geländeform.

Besonders herausfordernd wird die Sache, weil die Freerider den Hang nicht davor befahren dürfen. Sie müssen sich die Linie entweder bei der Besichtigung vom Gegenhang, oder mittels Fernrohr vom Start aus überlegen. 

Wer sich da verspekuliert, das Gefälle falsch einschätzt oder Felsvorsprünge niedriger oder höher bewertet als sie dann tatsächlich sind, der kann bei der Abfahrt durchaus die eine oder andere Überraschung erleben.

Die Open Faces ist eine Wettkampfserie, über die sich Freerider für die begehrten Tickets für die Freeride World Tour qualifizieren können. In Österreich gibt es insgesamt vier Wettbewerbe, wer am Ende der Gesamtwertung vorne ist darf nächstes Jahr bei den absoluten Cracks mitfahren. Die Startveranstaltung ist von Freitag bis Montag in Kappl. Den besten Blick auf die spektakulären Runs von der Quellspitze herab haben Zuseher von der Public Area bei Piste 8 aus. Am Freitag starten die Junioren. Samstag ist der Wettkampf der Erwachsenen. Der Start ist für 10 Uhr geplant. 


Autorin: Helene Stanger