DAS SCHLOSS AUF DEM WEG INS PAZNAUN

Der Weg ins Paznaun führt durch ein monumentales Tor. Sobald man die Trisannabrücke passiert hat, nimmt man Kurs auf See, Kappl, Ischgl oder Galtür. Doch am Ende der hochinteressanten Eisenbahnbrücke befindet sich ein nicht minder interessantes Bauwerk: Schloss Wiesberg. Hier die Story. Und unglaubliche historische Bilder.

Auf den Postkarten des Bregenzer Fotostudios Risch-Lau aus den fünfziger und sechziger Jahren steht noch die technische Großleistung der Trisanna-Brücke im Vordergrund.



Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

Die Postkarte aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek hingegen stellt die strategische Lage und die Schönheit von Schloss Wiesberg in den Vordergrund.

Foto: Österreichische Nationalbibliothek

Erbaut wurde das Schloss vermutlich im 13. Jahrhundert durch das Hochstift Chur. Ende des 14. Jahrhunderts war das Schloss als Lehen der Grafen von Tirol Eigentum der mächtigen Rottenburger, deren Stammburg sich oberhalb von Rotholz im Unterinntal befand. Seit dem Aussterben dieses Geschlechts im Jahre 1411 war Wiesberg landesfürstliches Eigentum und wurde mehrmals verpfändet, zuletzt 1770 an die Grafen von Wolkenstein, bei denen es bis 1840 verblieb. 1809 fand in der Nähe des Schlosses ein wildes Gefecht zwischen den bayrischen Truppen und einigen hundert Paznauner und Stanzertaler Schützen statt.

Der in die bis zu 2,7 Meter dicke Ringmauer eingebaute mächtige Bergfried wurde 1908 aufgestockt und mit einem Pyramidendach gedeckt. Ein Trakt aus dem 15. Jahrhundert verbindet ihn mit dem kleinen quadratischen Palas, dessen Südwand ein auf Krangsteinen ruhenden Eker belebt. In der nordwestlichen Ringmauerecke befindet sich die spätgotische 1420 erbaute und 1602 neu geweihte Liebfrauenkapelle mit Deckenmalereien und Glasfenstern vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Wermutstropfen: Das schöne Schloss ist nur von außen eine Sehenswürdigkeit. Schloss Wiesberg befindet sich heute in Privatbesitz und ist nur von Außen zu besichtigen.