Das Wetter spielt verrückt? Aber nein. Es war schon viel verrückter

Gestern morgen wurden wir mit einer schönen – weißen – Überraschung wach. Es gab frischen Schnee. Mitte April. Das klingt verrückt, aber Hand aufs Herz: Wir hatten hier schon deutlich skurrilere Kapriolen. (Und wir freuen uns natürlich über die perfekten Bedingungen, Anm.) Hier die ärgsten Wetterverwirrungen aus der Ischgler Dorfchronik.
  • 14. September 1695 Es schneite so stark, dass die Bauern das Grummet nicht mehr einbringen und die Oberpaznauner ihr Getreide nicht ernten konnten.
  • 1 August 1718 Der Sommer war früh gekommen. Anfang August waren die Bohnen reif und das Getreide wurde geerntet.
  • 1. jänner 1724 Der Winter war noch immer nicht da – und er wollte auch nicht mehr kommen. Die Bauern mussten Holz und Getreide statt mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Tal tragen.
  • 3. Juli 1729 Dafür ließ sich der Winter in diesem Jahr nicht lumpen. Er wollte gar nicht mehr gehen. Erst im Juli konnte das Vieh auf die Alm getrieben werden.
  • 25. Juli 1772 Der Winter war außerordentlich hart. Erst am 25. Juli wurde auf der Alm zum ersten Mal gebuttert.
  • 15. August 1816 Der Sommer wollte nicht in Fahrt kommen. Die Ernte war gering. Im Paznaun wurde gehungert.
  • 22. Juli 1836 Mitten im Juli kam der ganz große Schnee. Das Vieh musste notfallmäßig von den Almen getrieben werden.
  • 30. Juli 1954 Wieder kam der Schnee zur Unzeit und das Vieh wurde vom Schnee auf der Alm überrascht und musste abgetrieben werden.
  • 1. August 1981 Die geplante Feier zum fünfzigjährigen Jubiläum der Niederelbehütte entfiel – es hatte im August einen Meter geschneit.
  • 20. September 1974 Es begann so stark zu schneien, dass der Schnee selbst im Tal nicht mehr schmolz. Kommentar von Seichlers Zischga, der mit 98 Jahren damals ältesten Paznaunerin: „A so a Sauwött’r waß kann alta Monn!“ – an so schlechtes Wetter kann sich nicht einmal ein alter Mann erinnern.
  • 30. August 1995 Es schneite Ende August so heftig, dass die Tiere von der Weide getrieben werden mussten. Die Alpwege wurden mit Räumfahrzeugen geräumt.