Den Schnee auf die Schaufel nehmen

Der Funpark besser bekannt als Snowpark Ischgl, ist das Highlight für Snowboarder in Ischgl. Damit er aber wirklich Spaß bringt, muss man ihn täglich in Form bringen. Wie das geht? Wir haben Daniel, dem Shaper, dabei zugesehen.

Der Container mit dem charakteristischen Jeep oben drauf. Die Kicker. Die Rails. Der Airbag. Die weithin hörbare (meistens) ziemlich lässige Musik. Der Snowpark in Ischgl ist wirklich nicht zu übersehen, ein fast magischer Anziehungspunkt für Snowboarder und Skifahrer gleichermaßen. Für eine Handvoll Mitarbeiter der Silvretta Seilbahn AG ist er aber noch deutlich mehr: Für die Shaker-Crew nämlich, die ihn täglich in Schuss halten müssen.

Daniel ist einer von ihnen. Der 28jährige kommt aus Rumänien und ist bereits die zweite Saison in Ischgl. Täglich um acht Uhr früh fängt er mit seinen Kollegen an, den Funpark wieder in Form zu bringen, und das ist deutlich mehr Arbeit, als man gemeinhin meinen würde. Alle Anläufe werden jeden Tag neu gemacht, also geshaped. Die Spurrillen werden entfernt, die Kanten an den Sprüngen neu gezogen. „Die Anläufe würden sonst zu gefährlich werden“, sagt Daniel. Es gibt dafür unterschiedliches Werkzeug, je nachdem wie tief sich die Rillen in den Schnee gegraben haben und wie hart der Schnee über Nacht geworden ist.
Wenn man Daniel beim Shapen zusieht, dann bekommt man ein grobe Ahnung davon, dass der Job rein körperlich betrachtet gar nicht so umanstrengend ist. Und dass Daniel, bevor er nach Ischgl kam, in Rumänien auf Baustellen gearbeitet hat, wird auch nachvollziehbar. Denn so ein Funpark ist am Ende auch eine große Baustelle. Nach dem Shapen sitzt die Shaper-Crew gerne im Container und schaut den Freestylern beim Springen zu. Alleine lassen kann man den Snowpark Ischgl nicht, sagt Daniel, denn es gibt immer wieder Menschen, die in den Park einfahren und wahnsinnige Dinge machen würden. Mit Skistöcken auf die Matte hüpfen, zum Beispiel. In zu kurzem Abstand auf die Schanzen zufahren, wäre auch ein Klassiker. Und wenn man ihm zuhört, dann versteht man auch, warum die Zufahrt zum beliebten Airbag eingegrenzt ist. „Manche würden so viel Anlauf nehmen, dass sie über den Sack hinaus hüpfen würden“, sagt Daniel und lacht.
Daniel selbst natürlich nicht. Denn ein paar Mal am Tag lässt er sich an schönen Tagen selbst über die Kicker. Es soll keiner schließlich keiner sagen, dass die Arbeit hier heroben nicht trotzdem auch Vergnügen ist.