DER WEG ALS ZIEL ZUM GIPFELTREFFEN

Noch bis zum Sonntag findet im Paznaun das Top of the Mountain Biker Summit statt. Ein Höhepunkt dabei ist immer die Fahrt über die Silvretta Hochalpenstraße. Sie begeistert Motorradfahrer, aber längst nicht nur sie.

Ich bin da wie ein Buschauffeur, ich kann das blind fahren“, sagt Luggi Salner. Für den Galtürer Hotelier und Motorrad-Guide ist die Silvretta Hochalpenstraße, die zu den schönsten Straßen der Alpen zählt, so etwas wie für andere Menschen der Weg zum Büro – völlig vertraut, jeder Quadratmillimeter verinnerlicht. Bis zu fünf Mal fährt pro Woche fährt er auch die 23 Kilometer ab, auf denen diese Hochalpenstraße durch die Silvretta zieht. Meistens kommt er dabei aus dem Montafon, steigt die 32 Kehren hinauf bis zur Bielerhöhe und fährt dann nach Galtür zurück. Nur selten fährt er die Straße aus der anderen Richtung kommend, so hat er das in seiner Routenplanung festgelegt.

„Ich bin da wie ein Buschauffeur,
ich kann das blind fahren“



Die Faszination, die diese Straße auch bei seinen Motorradgästen auslöst, kann auch er immer noch empfinden. „Wenn der Himmel blau ist, wenn die Sonne ungetrübt scheint, dann gibt es nichts, was mit dem Farbschauspiel der Gletscher vergleichbar ist“, sagt Salner. Und: „Wir sind da ja keine Rennfahrer, wir bleiben stehen, um uns das alles anzuschauen.“ Schließlich legt fast jede Kehre einen neuen Blick frei, schließlich bieten die Gipfel der Silvretta ein ziemliches Spektakel.

„Wenn der Himmel blau ist, wenn die Sonne ungetrübt scheint, dann gibt es nichts, was mit dem Farbschauspiel der Gletscher vergleichbar ist“


Am besten geht das aus Sicht der erfahrenen Motorrad-Guides am späten Nachmittag. Da sind die Busse schon weg, die Radfahrer meist schon wieder zuhause. Salner fährt bei so Gruppenfahrten übrigens gerne zum Schluss: „Da bin ich flexibler, weil ich nicht nur in den Rückspiegel schauen muss, um die anderen im Blick zu haben“, sagt er. Dass die Silvretta Hochalpenstraße bei Motorradfahrern so beliebt ist, liegt aber nicht nur an dem Naturschauspiel, das sich hier bietet. „Der Radius der Kehren ist perfekt, man kann die Schräglage hier hervorragend genießen“, sagt Salner.

„Der Radius der Kehren ist perfekt,
man kann die Schräglage hier
hervorragend genießen“

Beim Top of the Mountain Biker Summit, das noch bis zum Sonntag Motorradfahrer im Paznaun begeistert, wird auch Luggi Salner Ausfahrten leiten. Sie gehen über kürzere Strecken, aber auch große Ausfahrten mit bis zu 240 Kilometern Länge sind dabei. „Ich freue mich auch auf die Boxenstopps, weil beim Summit immer auch kulinarisch gedacht wird, mit Käse und Speck“, sagt Salner.