Piste 38, oder: Einmal wie der Marcel fühlen

Es gibt Pisten für spezielle Fälle. Heute verraten wir, wo man fahren sollte, wenn man sich einmal wie Marcel Hirscher fühlen will. Spoiler: Es ist die Piste 38 runter zur Gampenbahn.

Die 38 ist so etwas wie die permanente Rennstrecke von Ischgl. Sie führt von der Höllspitze zur Gampenalp, und wenn man einen perfekten Riesentorlaufhang für Skitouristen erfinden müsste – die 38 wäre es. Sie ist steil, aber nicht zu steil, sie hat jede Menge Geländeübergänge, Bodenwellen und teilweise uneinsehbare Kuppen, über die man ab einem gewissen Tempo springt. (Gut, vielleicht sollte man das nur machen, wenn man ziemlich allein auf der Piste ist, Anm.)

Immer mal wieder bricht sie erst nach rechts und dann nach links weg. Sie ist breit genug für Überholmanöver (was man so als Hobby-Marcel zweifelsohne laufend braucht), ist aber trotzdem keine Autobahn.Und außerdem ist die 38er kein gerader Stich nach unten, sondern motiviert zum Kurvenfahren.

Und wie.

Besonders ideal ist die Zufahrt von der Bergstation der neuen Gampenbahn, da geht es nämlich über die schwarze 33er zum Start. Da kann man sich schon mal gut einfahren und ein paar Carving-Schwünge ziehen. Idealerweise macht man das gleich am Morgen, da ist erstens die Piste noch frei und man hat, zweitens, die Sonne im Rücken. Heißt: Man wirft einen Schatten nach vorne, und die Stilisten unter uns können sich nicht nur selbst beim Skifahren zuschauen, sondern gleich noch ein paar Haltungsänderungen durchführen.

Die sind, so unter uns, auch bei den meisten notwendig.

Das beste an der 38er ist aber, dass man am Ende zwangsläufig bei der nigelnagelneuen Gampenbahn ankommt. Die Fahrt rauf auf den Palinkopf dauert dann nämlich acht Minuten, und die Zeit braucht man auch zur Erholung. Wenn nicht, dann ist man die Piste nicht wirklich Hirscherstyle gefahren.