Die Piz Val Gronda ist die lässigste Seilbahn der Welt

Großartige Dinge kann man nie genug loben. Deswegen wollen wir heute ein paar Worte über die Piz Val Gronda loswerden. Sie ist nämlich die superste Seilbahn, die wir kennen. Und wir kennen echt viel.

5 Minuten und 20 Sekunden, so lange dauert es von ganz unten bis ganz nach oben, aber das ist gar nicht so wesentlich. Etwas mehr als 500 Höhenmeter überwinden wir dabei auf einer Strecke von schwach 2,4 Kilometern. Zwölf Meter in der Sekunde legen wir zurück, 150 Personen haben in der Gondel Platz, 1.300 Menschen kommen mit der Bahn insgesamt pro Stunde auf den Berg. All das sind imposante Zahlen, die unsere Ischgler Lieblingsbahn beschreiben. Aber keine davon beschreibt, was sie so besonders macht.

Denn wenn wir ehrlich sind: Die Piz Val Gronda Bahn ist einfach die eleganteste Bahn der Welt.

Man erkennt das schon von weitem, wenn man vom Palinkopf in Richtung Fimba schaut: Man sieht dann diese Bahn, die sich durch dieses atemberaubende Gebirgspanorama zieht. Wie ein Strich führt sie nach oben, gerade mal zwei Liftstützen sind dafür notwendig, Säulen, die sich perfekt in die Landschaft einfügen. Wenn man näher kommt, sieht man Gondeln in Bewegung, einsam in einer fast unberührten Landschaft. Man muss kein Technikfreak oder Skienthusiast sein, damit einen dieser Anblick angenehm berührt (aber es hilft natürlich schon, Anm.)

Und dann sieht man die Berg- und die Talstation. Es gibt keine Häuser, weder oben noch unten. Die Piz Val Gronda führt von Outdoor nach Outdoor, sie ist in Sachen Design reduziert auf das Wesentliche: Eine Plattform zum Einsteigen, eine zum Aussteigen, dazwischen spannt sich ein Seil, darauf die Gondel. Und was für eine. Ein großer komplett verglaster Kasten, gehalten nur von einem starken und imposant-geschwungenen Arm. Ein Spaceshuttle stellt man sich so vor, ein futuristisches Spaceshuttle, das aber jede Menge Erinnerungen auslöst.

Ziemlich genau so sehen die Playmobil- und Lego-Seilbahnen aus, mit denen man als Kind gespielt hat (und wenn man Kinder hat: heute noch spielt). Und das ganze Design, diese Reduktion auf das wesentliche erinnert an die siebziger Jahre, an die Eleganz des damaligen Wintersports hier in Ischgl, aber auch in den französischen Skistationen hoch über der Baumgrenze. Unten. Oben. Dazwischen die Gondel, die einen dorthin bringt wo der Spaß beginnt, in den Schnee und den Raum der unbegrenzten Möglichkeiten.

Das ist bei der Piz Val Gronda auch so. Die Bahn, die im Dezember 2013 in Betrieb genommen wurde, hat Ischgl in eine neue Richtung erweitert. Von der Bergstation auf 2.800 Metern geht es über viele, fast unberührte Hänge hinab ins Fimba. Ischgl wurde damit auf einen Schlag zu einem Eldorado für Freeride und Off-Piste-Fans. Man kann aber natürlich auch über die 42, auf einer gesicherten, roten Piste, drei Kilometer ins Tal abfahren. Das hat den Vorteil, dass man in höchstens fünf Minuten Fahrzeit wieder bei der Talstation ist. Und dass man dann gleich wieder die hochalpine Gondelfahrt antreten kann.

Hier gehts übrigens zu einem Video, in dem man die Bahn in Action sieht.