DIE POST KOMMT MIT DER RAUPE ÜBER DEN SCHNEE

Ischgl liegt nicht im Zentrum der Alpen? Heute ist das schwer vorstellbar, aber in den dreissiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war Ischgl im Winter tatsächlich das Ende der Welt. Die Straßen waren schlecht. Und bis man vom Inntal in die Höhen des Paznaun kam, konnte das dauern.  

Das Fahrzeug auf dem Foto legt Zeugnis davon ab, wie erfindungsreich die Paznauner sein mussten, wenn sie im Kontakt zur Aussenwelt bleiben wollten. Zu sehen ist auf der Aufnahme aus dem Jahr 1935 ein sogenanntes Postraupenfahrzeug der Marke Citroen-Kegress-Hinstin: ein Automobil, das statt der gewohnten Reifen mit der Kette eines Raupenfahrzeugs ausgerüstet wurde. Damit ließen sich selbst so schwierige Straßensituationen bewältigen, wie sie auf dem Bild dokumentiert sind. Da quält sich das Postraupenfahrzeug über den Kegel einer abgegangenen Lawine – eine Heerschar von Helfern hat mit Schaufel und Pickel so etwas wie eine Straße wiederhergestellt.

Etwas später wurde dann in Ischgl auf die Hupe gedrückt.

Tatü-Tata.

Die Post ist da.