Die sagenhafte Gegend

Das Paznaun ist eine richtig blutrünstige Ecke – also das Paznaun, so wie es in Sagen aus der Region vorkommt. Dort treiben vom Teufel besessene Frauen ihr Unwesen, schließen arme Handwerker Pakte mit dem Teufel und treffen sich Hexen nächtens zum Tanz.

Folge 1: Die nicht ganz so blutige Sage über eine Art Alpensisyphos

Ein Hirte im Paznaun hatte seit längerer Zeit Ärger mit einer der Kühe, die er hütete. Das Tier löste sich immer wieder von der Herde, trottete davon und verirrte sich auf der Alm. Als die Kuh wieder einmal verschwunden war und der Hirte sie stundenlang suchen musste, wurde es ihm zu viel.
Wie immer wenn er sie wieder fand, prügelte er auf sie ein, ging dieses Mal aber noch einen Schritt weiter. Über einen tiefen Graben in der Nähe der Herde legte der Hirte Baumrinden, die aussahen als seien sie eine robuste Brücke. Am nächsten Tag kam die Kuh zu dieser Stelle, wollte über die Rinde spazieren, die natürlich brach – und stürzte in den Tod. Weil er dem Bauern, dem die Kuh gehörte, damit großen Schaden anrichtete, lastete von diesem Zeitpunkt an ein Fluch auf dem Hirten.
Einige Zeit darauf starb er unerwartet. Seitdem wandert er als Geist über die Berge und muss jeden Tag eine Kuh aus dem Graben, in den seine Ausreißerin stürzte, zum Gipfel tragen. Allerdings büchst das Tier ihm jedes Mal kurz vor dem Ziel aus und rennt davon. Und alles geht wieder von vorne los.