DIE SCHÖNHEIT DER SILVRETTA

Der Fotograf Ronald Lorenz hat einen Bildband über die Silvretta gemacht. Wer, wenn nicht er, weiß also, wo sie am schönsten ist? Drei Tipps, die uns die Augen öffnen sollen.

Ronald Lorenz hat zwei große Leidenschaften: Er geht gerne auf den Berg und er fotografiert. Beides lässt sich hervorragend kombinieren. Im Vorjahr hat er einen Bildband über die Silvretta herausgegeben. Wer, wenn nicht er, weiß also, wo sie am schönsten ist? Drei Tipps, die uns die Augen öffnen sollen.

1 Nur wer die Täler liebt, hat die Gipfel verdient
„Wer in der Silvretta nur schnell auf den Berg hinauf will, versäumt die Vielfalt ihrer Täler“, sagt Ronald Lorenz. Das Fimbatal, zum Beispiel, beginnt relativ weit, es ist ein sanftes Tal, das sich nur langsam verengt und erst gegen sein Ende hin unwirtlicher wird. Das Jamtal hingegen ist eng und steil. Selbst im Sommer spürt man hier, wie gefährlich es im Winter werden kann. Im Klostertal wiederum gibt es eine Mischung beider Landschaften. „Und auf der anderen Seite dann, im Montafon, da ist dann sowieso alles ganz anders“, sagt Lorenz.

2 Oben war nur, wer oben war
Natürlich ist beim Gehen schon der Weg das Ziel. Dennoch soll man sich nicht vormachen: „Den besten Blick, die große Freiheit, das ganze Panorama, das gibt es einfach nur ganz oben“, sagt Ronald Lorenz. Den besten Blick bietet die Silvretta seiner Erfahrung nach vom Fluchthorn aus. „Da ist man mittendrin, sieht die anderen Gipfel und die Täler. Hier merkt man, wie die Gletscher sich von Jahr zu Jahr verändern, wie heruntergebrochene Felsstücke die Landschaft neu formen“, sagt Lorenz.

3 Für die Magie muss man früh raus
Es gibt Gipfel, die überlaufen sind, weil jeder sie kennt. Und es gibt die Gipfel daneben, die nicht weniger spektakulär sind, aber halt nicht ganz so bekannt. Dazu zählt zum Beispiel der Hennenkopf. „Wenn man noch vor Sonnenaufgang los und auf den Hennenkopf geht, dann kann es sein dass man die irrsten Faben zu sehen bekommt“, sagt Ronald Lorenz. Dann nämlich, wenn die aufgehende Sonne den Nebelhut, der den gegenüber liegenden Piz Buin oft ungibt, in einen gigantisch roten Schleier verwandelt.