DIE TRISANNA. DAS GEDICHT. DER VERGESSENE DICHTER

Als der Paznauner Dichter Johann Pfeifer am Silvestertag des Jahres 1888 in Meran stirbt, erinnert sich zu Hause in Galtür kaum mehr jemand an ihn. Dabei hat Pfeifer eine große Karriere gemacht. Und Bleibendes hinterlassen. 

Der Bauernsohn, der 1820 in Galtür zur Welt gekommen ist, erwies sich als kluger Schüler und ging in Meran aufs Gymnasium. Später absolvierte er in Wien das Studium der Rechte und trat in den Staatsdienst ein, wo er es bis zum Sekretär von Erzherzog Karl Ludwig brachte. Als Pfeifer aus Gesundheitsgründen in Pension ging, ließ er sich im klimatisch begünstigten Meran nieder – und widmete sich vermehrt seiner eigentlichen Leidenschaft: der Poesie.

Pfeifer brachte mehrere Bände mit Naturgedichten heraus. Eines dieser Gedichte liegt uns besonders am Herzen, da es denselben Namen trägt wie unsere Website: „Die Trisanna“.

 

Die Trisanna

Was strömst du in rasender Eile

Der Silvretta entsprossene Maid?

Trisanna, du weiße, o weile!

Noch lässt dir der Freier wohl Zeit.

Gedenke der Fluren und  Matten,

Die du durchsprungen so schnell,

O denke der Weiler und Schatten,

Der Wälder und Wiesen so hell.

O denke an Ischgls Wiege,

An Fimbas und Jamtals Schoß,

O dass mich die Ahnung betrüge

Und glücklicher würde dein Los!

Es dauerte übrigens bis zum 11. Juni 1989, dass man sich in Galtür wieder an den berühmten Paznauner erinnerte. Seit damals, 101 Jahre nach seinem Tod, hängt am Geburtshaus von Johann Pfeifer eine Gedenktafel, die an den Paznauner Poeten erinnert.