Downhill: Eine Riesensache für Ischgl

Heute Abend hat Downhill, die schwarze Komödie mit Will Ferrell und Julia Louis-Dreyfus, Weltpremiere beim internationalen Sundance Film-Festival. Der Film wurde zu großen Teilen in Ischgl gedreht. Wie es dazu kam und was das dem ganzen Paznaun bringt, das hat uns Andreas Steibl erzählt.

Andi, heute Abend hat „Downhill“ beim Filmfestival in Sundance, Utah, Weltpremiere. Eine der Hauptrollen in dieser Komödie spielt Ischgl. Wie kam es dazu?

Andi Steibl: Die Produktionsfirma war auf der Suche nach einem Ort, an dem die Geschichte spielen konnte. Die haben sich bei der zuständigen Stelle bei der Wirtschaftskammer gemeldet, und nachdem ich die Leute dort persönlich kenne, landete die Anfrage recht rasch bei uns. Und natürlich hat uns das interessiert.

Und wie ging es weiter?

Also, bevor es los ging, gab es ein langes Vorspiel. Wir haben häufiger mit der Produktionsfirma geredet, dann waren Locationscouts vor Ort. Es war nicht ganz einfach, den Zuschlag zu bekommen, schließlich ist das Hollywood, da geht es um jede Menge Details. Am Ende haben wir aber den Pitch gegen zwei Mitbewerber aus Österreich und einen aus der Schweiz gewonnen.

Klingt ziemlich aufwändig. Was will eine Produktionsfirma wissen, bevor sie sich entscheidet, in Ischgl zu drehen?

Da gibt es relativ genaue Anforderungen. Wir bekommen zwar davor nicht das Drehbuch geschickt, aber eben detaillierte Beschreibungen der Szenen. Wir fotografieren dann und zeigen, wie es bei uns aussieht. Wenn das passt, also die Landschaft und die Orte, dann geht es weiter. Insgesamt drei Mal war die Produktionsfirma vor Ort, die steigen dann in L.A. in den Flieger und kommen her. Am Ende waren 160 Menschen aus den USA hier, inklusive der Schauspieler. Alles zusammen waren das an die 6000 Nächtigungen, die wir durch diese Produktion zusätzlich in Ischgl hatten. Bezahlte Nächtigungen.
„Wir können uns aber sicher nicht über zu wenig Ischgl im Bild beklagen.“

Andi Steibl, TVB-Geschäftsführer über „Downhill“

Bleiben wir dabei: Was rechnest du, dass diese Produktion Ischgl bringt?

Abgesehen vom Image und den Nächtigungen? Wir hatten wirklich sehr viel Wertschöpfung für das ganze Tal: Die Filmcrew hat hier gegessen, wir hatten Taxifahrten, Transfers, und es haben auch viele Zulieferer aus demTal für den Film produziert. Handwerksbetriebe, Textilien, es wurde sehr viel lokal beauftragt.

Man sieht im Film Menschen in den Uniformen der Schneeakademie Ischgl. Waren das wirklich einheimische Skilehrer?

Teilweise, aber wenn die Person im Film einen Text zu sprechen hat, dann war das ein richtiger Schauspieler. Aber nichtsdestotrotz: Es gibt jede Menge Komparsen aus dem Tal im Film. Wenn die Seilbahn im Bild ist, dann sind natürlich tatsächlich echte Seilbahnmitarbeiter im Bild, wenn die Familie aus dem Film beim Sessellift steht, dann sind rund um sie auch Einheimische zu sehen. Wir können uns aber sicher nicht über zu wenig Ischgl im Bild beklagen.
„Jedem, der den Film sieht, ist klar, dass das in Ischgl spielt“ Andi Steibl über den Marketingwert des Films

Wie schätzt du den Marketingwert für Ischgl ein?

Das ist sehr schwer zu sagen, er ist aber ganz bestimmt gewaltig. Der Film wird in allen Märkten, die für uns wichtig sind, zu sehen sein. Man wird dort sehen wie viel Schnee es in Ischgl gibt und wie toll das Skigebiet ist. Aber das Beste ist: Es ist jedem, der den Film sieht, klar, dass der Film in Ischgl spielt. Nicht so wie damals bei der James Bond Produktion in Sölden: Da wurde nirgendwo gesagt, dass das Sölden ist, im Film hat man aus Sölden sogar Bad Aussee gemacht, weil es besser ins Drehbuch gepasst hat. Bei uns steht Ischgl im Drehbuch, sie reden über Ischgl, es ist sogar das Ortsschild im Film zu sehen. Man sieht das Dorf, man sieht das Skigebiet – und es ist bei allen Sequenzen am Berg und im Dorf klar, dass das hier spielt. Das ist wirklich tolle Werbung.