Es gibt kein schlechtes Wetter (außer für Kinder)

Schneefall. Eisiger Wind. Aber leider beginnt jetzt der Kinderkurs. Was macht man jetzt? Wir haben einen Experten gefragt: Christian Pöll von der Skischule Silvretta Galtür. 

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Das ist eine dieser Lebensweisheiten, die jeder von uns schon ein paar Mal gehört hat und die so lange stimmen, bis man Kinder hat. Oder zumindest: Bis man zum ersten Mal ein Kind bei Minusgraden, eisigem Wind und starkem Schneefall zum Kinderskikurs bringt. 

Denn: Oh ja, es gibt verdammt schlechtes Wetter! Dem Kind ist kalt, die Finger tun ihm weh, außerdem hat es keine Erfahrung mit Peeling-Cremes, wie soll es also mit diesen Nadelstichen im Gesicht fertig werden, die diese eisigen Schneekristalle hinterlassen? Das Kind heult also, die Eltern schreien zunächst (und heulen dann auch). Jeder, der Kinder hat kennt das, und er ist damit nicht alleine: die Schilehrer kennen das auch.

Wie motiviert man da Kinder?

Geduld muss man haben“, sagt Christian Pöll von der Skischule Galtür: „Man muss sie ablenken, ihnen Sachen zu tun geben, die Spaß machen.“ Christian hat wirklich Ahnung davon, er ist seit knapp 20 Jahren Lehrer in der Skischule. Und nachdem er zunächst Snowboardlehrer war ist er seit einigen Jahren zuständig für den Kleinkinderbereich der Skischule, für die Kinderskischule und das Siggiland.  

Mehr als zwei Stunden schaffen es kleinere Kinder nicht, sich zu konzentrieren sagt Christian, „und die ganz kleinen, die drei bis vierjährigen, schaffen überhaupt nur 90 Minuten.“ Bei schlechtem, kalten Wetter, legt er mit den Zwergen viele Pausen im geheizten Bereich ein. Und eines ist ihm dabei ganz besonders wichtig: „Es ist besser, wenn die Eltern nicht daneben stehen und zuschauen. Erfahrungsgemäß hören die Kinder zu weinen auf, sobald die Eltern weg sind.“ 

Und wenn nicht, dann schwört Christian auf eine ganz besondere Motivationshilfe. „Der beste Motivator ist ein Gummibär. Der wirkt Wunder.“