Immer in der Spur: So entsteht eine Loipe

Langlaufen: Der Sport ist gesund, man verbrennt schnell Kalorien, und anstellen muss sich auch keiner. Alles, was man dazu braucht, ist eine gut gespurte Loipe. Im Paznaun ist dafür Edi Türtscher zuständig. Der Galtürer kümmert sich seit drei Jahren um die Langlaufloipen und die Winterwanderwege der Region. Wir haben ihn bei einer Ausfahrt begleitet. 

Die Zahl der Winterwanderer und Langläufer nimmt jedes Jahr rapide zu“, sagt Edi Türtscher. Gut also, dass es im gesamten Paznaun über 70 Kilometer Loipen gibt. Dass jedes Jahr mehr Leute auf den Loipen sind, ist für Türtscher keine Überraschung: „Von der Bielerhöhe, die zwar schwer zu erreichen ist, aber eine großartige Aussicht bietet, wenn man es nach oben geschafft hat, bis zu den flachen Strecken rund um die Dörfer Galtür und Wirl, die sich besonders für Anfänger eignen: Es gibt für jedes Level die passende Route.“ Aber wie sorgt man auf so einer Loipe eigentlich für die perfekte Spur? 

Türtscher fährt dafür oft in der Nacht, das Timing ist bei seinem Job entscheidend: Je mehr Zeit zum Aushärten bleibt, desto besser hält die Loipe am nächsten Tag. Aber auch bei schlechterem Wetter sitzt er im Pistenbully und sorgt für die bestmöglichen Bedingungen, obwohl bei starkem Wind die Spuren nicht länger als fünfzehn Minuten halten. Loipenziehen kann eine Sisyphos-Aufgabe sein. Heute ist zum Beispiel so ein Tag: Es schneit, der Wind fegt über die Landschaft und die Sicht ist alles andere als ideal. Türtscher aber sieht es gelassen, schaltet die Scheibenwischer ein und beginnt mit seiner Arbeit.
Knapp sechs Kilometer lang ist die Strecke von Galtür nach Wirl – eine Distanz, die auch Hobby-Langläufer einfach zurücklegen können, sagt Türtscher, während er den Schnee in die passende Form bringt. Eine klassische und eine Skating-Spur zieht er auf dieser Loipe, gleich daneben verläuft einer der zahlreichen Winterwanderwege. Auch wenn diese Trennung von Touristen ohnehin nicht immer ganz genau beachtet wird – ohne Türtscher würde man überhaupt nicht mehr erkennen, wer auf welche Spur gehört. Neuschnee vorne rein, Loipe hinten raus: Zumindest für kurze Zeit sorgt die Fahrt mit dem Pistenbully für klare Verhältnisse.
Nach knapp einer Stunde parkt Türtscher wieder am Ausgangspunkt in Galtür. Dort sieht man im Schnee bereits die Spuren von Langläufern, von Winterwanderern, und vom Wind, der die Loipe langsam verschwinden lässt. „Jetzt eine kurze Pause und dann geht es weiter,“ sagt er zur Verabschiedung. Der Wetterbericht für den nächsten Tag ist endlich besser. Egal, ob das zutreffen wird: Türtscher und sein Pistenbully stehen auf jeden Fall bereit.