MENSCHEN IM PAZNAUN: ALOIS EITER, WIRT HEIDELBERGER HÜTTE

Alois Eiter, oberhalb von 2000 Metern nur unter „Loisl“ bekannt, ist 54 und seit fünf Jahren der Wirt der Heidelbergerhütte. Der gebürtige Pitztaler erklärt in Trisanna, warum sich am Berg die Menschen ähnlicher sind und welche Berufe man einfach nicht lernen kann. Spoiler: Wirt sein gehört dazu.

Alois, dass du jetzt wieder auf einer Hütte gelandet bist, ist gar nicht so verwunderlich, oder?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin auf sogar auf einer Hütte aufgewachsen. Ich komme aus dem Pitztal und meine Eltern haben die Riffelseehütte betrieben, da bin ich groß geworden. 

Aber dass es die Heidelberger Hütte geworden ist, ist dann doch ein bisschen ein Zufall.

Stimmt, das war’s. Vor zirka sechs Jahren haben meine Frau und ich ein Inserat in der Zeitung gesehen. Darin stand: Heidelberger Hütte zu verpachten. Ich habe dann zu ihr gesagt: Ah, das brauchen wir gar nicht probieren, die kriegen wir eh nicht. Sie hat aber gemeint: Wenn du’s nicht probierst, wirst es nicht wissen. 
Und jetzt seid ihr hier gelandet. 

Und wirklich glücklich damit. Wir machen das jetzt seit fünf Jahren. Ich kannte die Hütte noch von meiner Skiführer-Ausbildung, da hat sie mir schon sehr gefallen. Ich bin einfach gerne da – seitdem wir die Hütte gepachtet haben, habe ich nur zwei Nächte nicht hier oben geschlafen. Sonst bin ich immer da – Sommer und Winter.

Was macht das arbeiten in einem eher abgelegenen Gebiet wie hier besser, als unten im Tal?

Die Menschen da oben sind anders wenn sie kommen. Die, die hier raufkommen, die haben persönlich etwas geleistet, etwas geschafft. Sie sind bis hier hergekommen. Deswegen sind sie dann entspannter, viel normaler. Egal, was sie im echten Leben sind, sie sind sich alle ein bisschen ähnlicher. Das ist auch für uns, die hier arbeiten, sehr angenehm, auch wir sind entspannter. Es gibt keine Hektik, keinen Stress, den lassen wir alle unten im Tal. 

Die Heidelberger Hütte ist ein riesiges Haus mit 140 Schlafplätzen. Ist es dir manchmal zu eng wenn viel los ist?

Wir haben 70 Betten und 70 Plätze im Lager. Wenn alles voll ist, ist es schon zu voll. Mir ist es am liebsten, wenn so hundert Leute hier sind. Da hat jeder seinen Sitzplatz, man braucht nicht schlichten. Und es ist aber auch was los und ein großer Spaß. 
Wir können hier kaum ruhig sitzen, weil du ununterbrochen von deinen Gästen herzlich begrüßt wirst. Was macht einen guten Gastgeber aus?

Klar ist, dass man gerne mit Leuten zu tun haben muss, Kommunikation ist da die Basis. Und die darf einem nicht schwer fallen, wenn man sich zu einem Gespräch zwingen muss, ist man falsch. Ich glaube aber, dass man für diesen Job geboren sein muss und dass man komplett überzeugt sein muss, von dem, was man tut. Ich könnte zum Beispiel kein Yoga-Lehrer sein. Hüttenwirt und Jäger – ich glaube das sind die zwei Berufe, die man nicht lernen kann.