MENSCHEN IM PAZNAUN: ANDREAS JUEN, MANN DER BILDUNG

Er leitet die Neue Mittelschule in Kappl. Durch seine Hände gehen die meisten Kinder des Paznaun auf ihrem Weg zu höherer Bildung. Andreas Juen geht gern in Kappl Ski fahren, isst Kasspatzlan und verrät, wo auch er einmal einen Moment der Ruhe findet.

Name
Andreas Juen

Alter
52, geboren in Zams

Wohnort
Kappl

Beruf
Schulleiter NMS-Paznaun

Familie
Verheiratet mit Irma seit 1994, Töchter Katharina (geb.1995), Johanna (geb.1997), Sohn David (geb.1999)



Sind sie gerne Schulleiter in der NMS-Paznaun?

Ja sehr gerne. Ich habe von 1992 bis zur Bewerbung als Schulleiter im Jahre 2014 als Mathematik- und Musiklehrer an der NMS Paznaun unterrichtet. In dieser Zeit habe ich gelernt mich Herausforderungen zu stellen. Der Weg der Neuen Mittelschule ist der Weg zum Kind. Schulentwicklung heißt Mut zu Neuen, zu neuen Lehr- und Lernformen, zu einer neuen Sicht auf Schule im Allgemeinen.

Was ist das Besondere an der NMS-Paznaun?
Unsere Schule wird als Sonderform geführt, d.h. es gibt seit 1988 den Schwerpunkt Musik. Weiters gibt es eine Neigungsgruppe mit dem Schwerpunkt Sport. Die NMS Paznaun ist eine Talschule und steht am Talboden der Gemeinde Kappl. Die Volksschüler aller Talgemeinden besuchen die Neue Mittelschule und das zu 99%. Die meisten Eltern unserer Schüler haben selbst schon diese Schule besucht.



Wie viele Schüler und Lehrer sind an eurer Schule?

Zurzeit besuchen ca. 300 Schülerinnen und Schüler  unsere Schule, diese werden von 40 Lehrpersonen unterrichtet, die zu 80% aus dem Paznaun kommen.

Wie sehr prägt der starke Tourismus im Paznaun die Kinder?
Sehr. Durch den Aufschwung des Tourismus hat sich das Paznaun von einem armen Tal in ein Tal mit Wohlstand entwickelt. Auf etwas verzichten fällt den Kindern heute bedeutend schwerer.

Welche Rolle spielt der Sport, speziell der Wintersport in einer Tourismushochburg wie dem Paznaun?
Eine sehr große. Wir sehen es auch als Bildungsauftrag, die Schülerinnen und Schüler an die verschiedenen Wintersportarten heranzuführen. Sich in unserer schönen Natur zu bewegen, sei es beim Rodeln, Schifahren, Eislaufen, Langlaufen etc., muss den Kindern wieder mehr denn je ins Bewusstsein gebracht werden.

Mein Lieblingsausdruck auf Paznaunerisch?
plätschedara  (die Worte rinnen wie ein Wasserfall unaufhörlich aus dem Mund)

Meine Lieblingsspeise?
Kasspatzlan mit Paznauner Almkäse

Von wem gekocht?
Von meiner Frau Irma

Lieblingsplatz im Paznaun?
Durrich Alpe (oberhalb von Kappl)

Beschreiben Sie die Paznauner als Menschenschlag:
Zuerst misstrauisch gegenüber Fremdem, je abgelegener im Tal umso länger.

Wenn Kappl ein Tier wäre: Welches?
Luchs – wachsam und eine gewisse Schläue

Lieblingsfarbe im Winter?
weiss

Das Kappler Skigebiet in einem Wort?
abwechslungsreich – ein Geheimtipp

Wo findet man einen Moment der Ruhe?
Mit den Tourenschi durch den Wald auf Dias

Lieblingslied mit Paznaun-Bezug?
„I am from Austria“ – Reinhard Fendrich eröffnete in Galtür mit einem Konzert 1999 nach dem Lawinenwinter die neue Wintersaison.

Wichtigstes Accessoire im Winter?
Kappe

Die beste Uhrzeit des Tages?
06:00 Uhr – Zeit zum Zeitunglesen und gemütlich den Kaffee genießen

Die wichtigsten Veränderungen des letzten Jahrzehnts?
Der Neubau einer modernen und gut ausgestatteten Schule für alle SchülerInnen des Paznaun  in Kappl.