MENSCHEN IM PAZNAUN: ARTHUR HÖRNER, AUFPASSER

Arthur Hörner ist 45 und leitet in Ischgl den Gemeindewachdienst. Wenn sich die Touristen in der Nacht vergnügen, achten er und sein Team darauf, dass sich alle ordentlich benehmen. Trisanna erklärt er, warum breite Schultern dabei zwar helfen, aber nicht das Wichtigste sind.

Fotos: Niko Havranek

Arthur, in Ischgl ist nicht nur tagsüber auf den Pisten einiges los, sondern auch abends in den Lokalen. Und deine Aufgabe ist es, auf der Straße den Überblick zu behalten.

Das Tolle in Ischgl ist ja, dass es so vielfältig ist. Ist man ein paar Kilometer außerhalb unterwegs, glaubt man, hier ist das Ende der Welt. Aber drinnen ist es dann das glatte Gegenteil, hier sind Gott und die Welt unterwegs. Das macht für mich auch den Reiz der Arbeit aus – auch wenn mal richtig viel los ist.

Du bist seit zwölf Jahren im Sicherheitsdienst, es ist deine neunte Saison als Einsatzleiter in Ischgl. Worauf kommt es in deinem Job an?

Man muss ein Mensch sein, der auf Leute zu geht. Und zwar noch bevor es ein bisschen wilder wird. Es geht viel um Antizipation, darum nicht hektisch auf jemanden zuzuspringen, das schaukelt alles nur noch hoch. Die Herausforderung ist sicher, das richtige Wort zur richtigen Zeit zu finden.

Du kommst ja eigentlich nur dann ins Spiel, wenn etwas nicht so abläuft, wie es soll. Wie geht man damit um?

Wenn ich mich zurückerinnere, war ich schon als Jugendlicher in der Schule jemand, der sich als Schlichter angeboten hat. Und ja, es stimmt, wir kommen dann ins Spiel, wenn jemand aus der Rolle fällt. Bitte nicht falsch verstehen: Jeder soll seine Freizeit so gestalten, wie er oder sie das möchte. Aber wir sind hier für die Sicherheit zuständig und wollen dafür sorgen, dass es unsere Gäste schön und angenehm haben – und zwar alle.

Du bist nicht gerade schmächtig, man könnte dich als Kasten bezeichnen. Hilft das?

Sicher hilft auch die äußere Erscheinung, aber es gibt wichtigeres.

Und zwar?

Also natürlich halte ich mich fit. Ich war vor zwei Jahren noch Tiroler Judomeister bei den Senioren. Aber es geht vor allem um mentale Fitness. Da ziehe ich auch noch viel aus meiner Vergangenheit als Freitaucher. Wenn man im Kopf ruhig bleibt, weiß man, wie man Geschichten besser aus dem Weg geht oder handelt. Man strahlt einfach eine gewisse Sicherheit aus.