MENSCHEN IM PAZNAUN: CHRISTIAN TÖRF, KÜCHENCHEF IM ALPENHAUS


Christian Törf ist Küchenchef im Alpenhaus, der höchste Haubenkoch des Paznaun. Seit diesem Herbst hat das Alpenhaus nämlich im Gault-Millau eine Haube. Wir haben mit ihm gesprochen und nicht nur darüber.


Christian, du bist Deutscher, lebst aber schon seit 13 Jahren im Paznaun. Wie bist du denn nach Ischgl gekommen?


Naja, ich habe meine Ausbildung in Weißenfels in Deutschland gemacht, danach habe ich mir etwas spannendes gesucht. Ich wollte weg von Zuhause, wollte neues ausprobieren. Ich war dann zunächst in München in einem Golfklub in der Küche und habe mir dann für den Winter etwas gesucht. Eine Arbeitskollegin hat mich auf Ischgl aufmerksam gemacht. Ich habe zunächst im Restaurant Panorama auf der Idalp gearbeitet, seit vier Jahren bin ich nun hier im Alpenhaus. Es gefällt mir sehr gut und ich habe ein Super-Team.


Ein Team, das gemeinsam mit dir eine Haube erkocht hat!


Ja. Wir sind natürlich alle sehr stolz darauf. Wir sind jetzt eine Skihütte mit einer Haube. Das hat es bis jetzt hier heroben noch nicht gegeben und man muss sich dessen auch bewusst sein. Wir arbeiten hier ja trotzdem unter anderen Bedingungen als unten im Tal, allein schon was die Versorgung und den Transport der Ware betrifft. Und dann sind das natürlich auch noch ganz besondere Anforderungen: Wenn man bedenkt, was da bei uns in den Weihnachtsferien oder auch im Februar los ist, wie es da in den Stoßzeiten zugeht – ist es eine gewaltige Herausforderung, immer Qualität zu liefern. Wenn wir mit dem, was wir hier heroben servieren, dann auch noch als würdig für eine Haube betrachtet werden, dann freut mich das um so mehr. Aber am wichtigsten ist, dass der Gast zufrieden ist und, dass wir vernünftiges Essen rausschicken. Egal wie viel los ist.


Und habt ihr die Auszeichnung auch ordentlich gefeiert?


Wie gesagt: Es ist auch eine enorme Leistung des Teams. Ich versuche nämlich, allen ihre Freiheit zu lassen. Wir wachsen miteinander und lernen auch voneinander. Deswegen arbeite ich so gerne hier. Das sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Freunde. Das ist mir sehr wichtig. Wenn wir uns aufwerten können, oder die Haube halten, dann bin ich froh drüber.


Wie viele Leute seid ihr in der Küche?

Wir sind sieben. Einer hat immer frei. Letztes Jahr war es extrem. In der Hauptzeit war immer jemand im Krankenstand. Dann waren wir zu fünft. Das ist das Limit.

Ischgl hat sehr viele unterschiedliche Gäste, wie merkt man das eigentlich in der Küche?

Na gut, da gibt es wirklich große Unterschiede. Vor Weihnachten gibt es sehr viel mehr Gäste, die Schnitzel oder Pasta bestellen. Dann kommt Weihnachten, da gönnen sich die meisten etwas mehr. Eine bessere Flasche Wein, ein Rib Eye, so etwas. Im Jänner, wenn unsere russischen Gäste da sind, haben wir immer Kavier und Austern. Bei den russischen Gästen geht es auch darum, dass das Essen schnell am Tisch steht.

Und was ist für dich das tolle an Ischgl?

Man lernt sehr viele Menschen kennen, auch ganz unterschiedliche. Es ist sehr international hier, sowohl bei den Gästen als auch im Team. Und man erlebt in seiner Freizeit auch etwas. Ich habe zum Beispiel eine Skikarte. Man wäre ja dumm, wenn man die nicht nützen würde. Skifahren hab ich übrigens hier in Ischgl gelernt von einem Kollegen.