MENSCHEN IM PAZNAUN: DANIEL TSCHODER, HERR DER LÜFTE

Daniel Tschoder ist 45 Jahre alt, in Mathon aufgewachsen und fliegt mit seinem Paragleitschirm Gäste und Einheimische über die Berge des Paznaun. Trisanna verrät er, wie man süchtig nach Höhe wird – und was seine Heimat so besonders macht. Vor allem in der Luft.

Fotos: MAx Kropitz

Daniel, wenn man über Ischgl einen großen Schirm fliegen sieht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du dran hängst. So weit oben hast du aber nicht immer gearbeitet, oder?

Wenn man sich meinen Lebenslauf so ansieht, könnte man glauben: Der weiß nicht, was er will. Ich hab als Jugendlicher Maschinenschlosser gerlernt, dann später mit 24 noch eine Tischlerlehre gemacht und dann acht Jahre in dem Job gearbeitet. Später war ich noch Taxifahrer, Pistenbullyfahrer – und jetzt ist es eben das Paragleiten geworden.

Aber fliegen tust du schon viel länger.

Klar, ich habe Anfang der 90er damit begonnen. Zuerst alleine, später ist dann das Tandemfliegen dazugekommen. Und seit über zehn Jahren bin ich jetzt staatlich geprüfter Fluglehrer.

Ein Kindheitstraum?

Jetzt, im Nachhinein betrachtet, ja wahrscheinlich. Ich kann mich daran erinnern, dass ich als kleiner Junge immer schauen gegangen bin, wenn die Schirme über Ischgl oder Galtür geflogen sind.

Wie fühlt sich das für dich an da oben zu sein?

Es fühlt sich frei an, nichts ist eng, es ist so viel Luft da. Desto höher man steigt, umso schöner wird es. Ich bin mir sicher: Wenn man mal etwas auf 3500 Meter gesehen hat, will man immer wieder rauf. Von oben ist alles schöner – und zwar zu jeder Jahreszeit.

Man sagt, die Gegend hier ist nicht einfach zu befliegen. Stimmt das?

Ja, es ist eine raue Gegend zu fliegen. Um hier sicher Paragleiten zu können, muss man ortskundig sein, man muss sich mit den Talwinden auskennen. Das besondere hier ist nämlich: Man startet hoch und man landet auch hoch.