MENSCHEN IM PAZNAUN: DAVID RAGGL, MEISTER IM BAGGERFAHREN

David Raggl ist 33 und in Galtür aufgewachsen. Er hat Elektriker gelernt und im Sommer arbeitet er mit seiner Firma auf den Baustellen im Tal – und ist am Steuer des Baggers einer der Besten. Seit vergangenem Jahr hat er das auch belegt: David ist Vize-Europameister im Baggerfahren.

David, wir sitzen an einem netten kleinen Gartentisch vor deinem Haus, das ziemlich neu aussieht. Das ist aber nicht dein Elternhaus, oder?

Doch, ich bin tatsächlich in diesem Haus aufgewachsen. Vor drei Jahren haben es meine Freundin und ich übernommen, umgebaut und bieten Appartements an.

Ich nehme an du hast viel selbst gemacht.

Ja, natürlich, das meiste habe ich gleich selber gemacht – in nur einem Sommer. Es war jede Menge Arbeit. Aber ich finde, es hat sich ausgezahlt.

Im Winter betreibst du dieses Haus. Und im Sommer?

Im Sommer habe ich eben meinen eigenen Betrieb, mit dem ich auf den Baustellen im Tal unterwegs bin. Jetzt sind wir gerade in Stengen beschäftigt, das ist relativ am Anfang des Tals. Zu dieser Jahreszeit ist viel zu tun, es wird viel gebaut.


Seit Oktober vergangenen Jahres bist du im Tal auch wegen eines besonderen Erfolgs bekannt.

(lacht) Stimmt, im Oktober bin ich in Paris Vizeuropameister im Baggerfahren geworden. Das hat mich selbst extrem überrascht – immerhin waren da die besten aus ganz Europa. Aber ich freue mich sehr drüber.

Wie kams?

Es war ein kompletter Zufall. Ich bin mit meinen Leuten auf die größte Baumesse in Österreich gefahren. Das war in St. Pölten. Und dort war ein Wettbewerb ausgeschrieben, wo man auf Zeit etwas mit dem Bagger machen musste. Sie haben mir dort gesagt, dass die schnellsten Drei der Messe zur Europameisterschaft nach Paris eingeladen werden. Ich habe mitgemacht und nach zwei Monaten Bescheid bekommen, dass es geklappt hat.

Wie wars in Paris?

Ein tolles Erlebnis. Ich habe zwar nicht so viel von der Stadt gesehen, weil die Anlage, auf der das stattgefunden hat, ein bisschen weiter außen war, aber es war schon sehr lässig, die ganzen anderen Baggerfahrer aus ganz Europa kennenzulernen. Und auch die Disziplinen waren interessant: Wir mussten mit einem 15 Tonnen Radlader, einem 25 Tonnen Bagger, einen Baggerlader und einem Bobcart Geschicklichkeitsübungen erfüllen. Probedurchgang gab es nur einen einzigen.

Wie bist du im Tal empfangen worden?

Es war gewaltig. Meine Freundin hat eine Überraschungsparty organisiert, bei der fast alle Kollegen aus dem Ort da waren.