MENSCHEN IM PAZNAUN: DAVID RUDIGIER, OBMANN KRAMPUSVEREIN KAPPL

David Rudigier, den eigentlich alle nur Dave nennen, ist 30 und über sein halbes Leben Mitglied im Krampusverein von Kappl. Als Obmann ist er jedes Jahr Kopf von einem der größten Krampustreffen in Europa. In Trisanna spricht er über das Erhalten von Bräuchen, was ein Verein einem Dorf bringt und die große Herausforderung, der er sich jedes Jahr aufs Neue stellt. 

David, du bist ein echter Kappler – jetzt hat es dich aber doch weggezogen. Warum?

Ich bin vor einem Jahr wenn man so will ausgewandert. Ich wollte immer schon ein Haus kaufen und bei den Preisen im Tal ist das dann nicht so einfach – da bin ich nach Strengen ausgewichen. Und so weit ist das auch nicht weg. 

Nur zirka 20 Kilometer. 

Ich bin sehr heimatverbunden. Viel weiter weg hätte ich auch nicht ziehen wollen. Ohne Berge geht es nicht. 

Du bist seit 16 Jahren im Krampusverein deines Heimatdorfes und schon seit elf Jahren Obmann. Hat Heimat auch etwas mit Brauchtum zu tun?

Für mich schon. Seit ich mich erinnern kann, hat es das immer schon gegeben. Ich bin schon, als ich ganz klein war, mit Nachbarn und Freunden von Haus zu Haus gegangen. Wir haben den Winter ausgetrieben und Kinder belohnt oder ermahnt. 

Krampusläufe haben nicht unbedingt immer den besten Ruf. Wie gehst du damit um?

Bei uns stand schon vor etwa 20 Jahren ein Verein dahinter. Damit gab es auch jemanden, der verantwortlich ist. Ich glaube, das hat geholfen, die Angst, die manche Menschen haben, zu nehmen. Aber man muss schon festhalten: Das, was wir tun, ist ein Show-Show-Lauf, bei dem Gewalt nichts verloren hat. 

Hast du dich als Kind manchmal gefürchtet?

(lacht) Nein, ich bin als Kind eben schon mitgegangen. Mit einer Gummi-Maske damals. Und dann rutscht man rein – und kauft sich irgendwann eine richtige Maske.

Wie wichtig sind Vereine für eine Dorfgemeinschaft?

Sehr wichtig, glaube ich. Durch Vereine wie unseren kommt das Dorf zusammen, es gibt Veranstaltungen, es passiert einfach etwas. Und das ist am Land lebensnotwendig. Und nicht selten steht hinter Vereinsveranstaltungen auch ein gemeinnütziger Zweck.
Zum Beispiel?

Wir veranstalten jedes Jahr ein ziemlich großes Fest – das Krampustreffen in Kappl, bei dem 18 Krampusgruppen aus ganz Europa kommen und ihre Shows aufführen. Da kommen jedes Jahr knapp 1000 Leute – und vergangenes Jahr haben wir vom Gewinn, den wir gemacht haben, dem Pflegeheim einen Pflegelift gekauft. Ich finde es super, dass am Ende so gut wie jeder etwas davon hat.