MENSCHEN IM PAZNAUN: DER DOKTOR AUS GALTÜR

Dr. Fritz Treidl ist Dorfarzt in Galtür. Er liebt Zeinis und Spaghetti, bewundert die Gämse und hört, wenn er zu seinen Hausbesuchen fährt, Bob Dylan im Autoradio. Für das ganze Interview mit dem sympatischen Mediziner auf die Überschrift klicken.

 

Name
Dr. Fritz Treidl

Wohnort
Galtür

Beruf
Gemeindearzt

 

Wie wird man Gemeindearzt in Galtür ?
Ich studierte in Innsbruck Medizin. Nach drei Turnusjahren im Krankenhaus Schwaz, an der Klinik in Innsbruck und im Orthopädischen Spital Speising in Wien trat ich in der Wintersaison 1988/89 meinen ersten Dienst bei Dr.Schlegel in Obergurgl an. Das ließ in mir den Entschluss reifen, Landarzt zu werden. Als sich die Chance ergab, mich in Galtür als Gemeindearzt niederzulassen, war meine Frau – selbst eine ausgebildete Krankenschwester – zuerst nicht sehr begeistert von der Idee, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. 1990 konnte ich im Arzthaus die Praxis von Dr. Walter Thöni übernehmen. Seitdem sind wir gemeinsam für die medizinische Versorgung der Bevölkerung und der Gäste von Galtür tätig. Mittlerweile glaube ich, dass meine Frau Heidi diesen Schritt nicht bereut. Seit dem Jahr 2000 ist auch die Kollegin Frau Dr. Christel Plaisir in meiner Praxis tätig.

Ihr Lieblingsausdruck auf Paznaunerisch?
A biz wianiger ist oft mehr (ein bisschen weniger ist oft mehr)

Ihre Lieblingsspeise?
Alle möglichen Spaghetti Varianten, entweder von meiner Frau oder Tochter Laura gekocht.

Ihr Lieblingsplatz im Paznaun?
Eindeutig Zeinis

Beschreiben Sie die Galtürer als Menschenschlag:
Der Charakter der Einheimischen ist  am Anfang eher zurückhaltend, wenn man sie näher kennt sind sie sehr liebenswert und auch zutraulich.

 

Wenn Galtür ein Tier wäre: Welches?
Die Gämse, als Überlebenskünstler im Hochgebirge

Mit welchem Getränk stößt man auf die gelungene Saison an?
Mit einem Galtürer Enznar (Enzianschnaps)

Lieblingsfarbe im Winter?
Weiss

Die Silvretta Arena in einem Wort?
Wunderbares familienfreundliches Skigebiet

Lieblingssprache während der Saison?
Ich freue mich, dass wir viele Engländer und Franzosen als Gäste haben. An manchen Wintertagen habe ich das Gefühl, mehr Englisch als Deutsch zu sprechen. Im Sommer freuen mich die italienischen Gäste, da ich gerade italienisch lerne.

Wo finden sie einen Moment der Ruhe?
Auf der Langlaufloipe, die direkt vorm Haus verläuft

 

Lieblingslied mit Paznaun-Bezug?
Desolation Row“ von Bob Dylan. Das höre ich regelmäßig im Auto auf meinen Visiten. 1999 war Dylan ja zu Gast beim Saisonfinale auf der Idalpe.

Wichtigstes Accessoire im Winter?
Die Kappe. Ich habe sie von meinem Sohn übernommen.

Die beste Uhrzeit des Tages?
6:00 Früh. Diese Stunde vor Dienstantritt gehört mir.

Die wichtigsten Veränderungen des letzten Jahrzehnts?
Die  derzeitige weltweite politische Instabilität, der allgemeine Rechtsruck, sowie die ablehnende Haltung gegenüber den Flüchtlingen. Eine bessere Integration, auch bei uns im Paznaun, wäre angebracht.


Alter:  61, geboren in Brixlegg/Tirol, Familienstand:  Verheiratet mit Heidi seit 1997, Töchter Kathrin (geb.1980), Hanna (geb.1986) und Laura (geb.1994) sowie Sohn Emil (geb.2000).