MENSCHEN IM PAZNAUN: DOMINIK PIRCHER, SKISCHULLEITER

Dominik Pircher ist 37 Jahre alt und leitet seit eineinhalb Jahren die Skischule in See. Wenn es in Österreich Sommer wird, fliegt er dem Winter hinterher. Ein Gespräch über das Wegsein und Zurückkommen.

Fotos: Niko Havranek

Dominik, das Büro der Skischule liegt genau bei der Talstation der Gondel. Und die bringt uns auf einen für dich ganz besonderen Berg, richtig?

Das stimmt, ich bin direkt neben der Skipiste aufgewachsen. Gleich da hinten, auf der Ahle, da hab ich mit drei Jahren Skifahren gelernt. Und ich konnte von Anfang an eigentlich gar nicht genug kriegen. Von der Volksschule bin ich zum Beispiel nur schnell nach Hause Essen und dann gleich ab auf die Piste. Auf die Hausübung hab ich da zuerst einmal gepfiffen.

Zurück bei deinen Wurzeln sozusagen. 

Ja, jetzt mit mittlerweile 37 bin ich wieder zurück. Dazwischen waren ein paar Umwege dabei.

Erzähl. 

Ich habe eine HTL für Maschinenbau gemacht, das hat mich irrsinnig interessiert. Und danach hat es sich ergeben, dass ich für ein Vermessungstechnik-Büro in Bregenz anfangen konnte. Erst mit 23 oder 24 habe ich mich dann doch dazu entschlossen, hauptberuflich Skilehrer werden zu wollen. Ich hatte schon ein bisschen Erfahrung und die Prüfung auch abgelegt, dazu hatten mich mein Onkel und mein Taufpate nach dem Zivildienst ermutigt. Und so kam es, dass ich die vergangenen zwölf Jahre als Skilehrer und Skiführer gearbeitet habe – allerdings nicht hier, sondern in Zürs in Vorarlberg.

Weil du auch etwas anderes sehen wolltest?

Das kann man so sagen. Ich bin sehr gerne hier, aber ich muss ab und an auch mal weg. Lange hab ich es ja auch so gemacht, dass wenn hier die Saison vorbei ist, ich dem Winter sozusagen hinterhergeflogen bin und in Australien und Neuseeland als Skilehrer gearbeitet habe. Ich war dort zum Beispiel Trainer des FIS-Teams von New South Wales.

Was schätzt du am Wegsein?

Ich interessiere mich sehr für andere Kulturen. Es war immer schon so, dass ich was anderes sehen wollte. Weil so schön es hier ist, es kann auch schnell mal zu klein werden. Deswegen war ich auch fünf Sommer lang mal auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs und habe dort Fahrradtouren angeboten, wenn wir angelegt haben. Es gab teilweise sicher Jahre, an denen ich mehr weg war, als hier.

Und trotzdem bist du jetzt zurück – wahrscheinlich fixer als je zuvor. 

(lacht) Richtig, ich habe wie gesagt vor knapp eineinhalb Jahre die Skischule in See übernommen. Es war so etwas wie back to the roots. Es ist eine Ehre, dass ich sie von meinem Onkel übernehmen durfte. Er hat das 30 Jahre lang gemacht – und ich versuche es so gut hinzukriegen wie er.