MENSCHEN IM PAZNAUN: HEIDRUN RUDIGIER, MALERIN IHRER GEGEND

Sie liebt die Farben des Herbstes, genießt die Ruhe und Gelassenheit nach der Saison und hat im Sommer und im Winter dasselbe Lieblingsmotiv. Trisanna trifft die leidenschaftliche Malerin Heidrun Rudigier.

FOTOS: PHILIPP HORAK

Wie bist du zu deinem Beruf und Hobby, dem Malen, gekommen?
Mein Papa, der als Lehrer selbst viel zeichnete und malte, hat mich dazu animiert. Neben der Kindererziehung habe ich angefangen zu malen. Zuerst innerhalb der Familie für diverse Geburtstage oder ähnliche Anlässe.

 Wann hattest du die erste Ausstellung und wie kam diese zustande?
Das war 1989 auf Initiative des Tourismusverbandes im Silvretta Center in Ischgl.

Haben dich die Menschen in deiner Umgebung als „Künstlerin“ gleich akzeptiert?
Die erste Ausstellung war sofort ein unerwarteter Erfolg. Ich habe unglaubliche sieben Bilder verkauft! Danach wurde ich von der Bevölkerung immer öfter darauf angesprochen, und ich bekam regelmäßig sogenannte Auftragsarbeiten.



Gibt es bestimmte bevorzugte Motive als Auftragswerk?
Ja, eindeutig die Pardatscher Muttergottes, und daneben alte Ansichten von Weilern und bäuerlichen Anwesen.

Welche Zeit im Jahr ist für dich als Malerin die schönste?
Der Spätherbst auf Grund der verschiedenen Farben. Die Gäste sind fort, ich habe meine Ruhe und auch Muße, einfach wunderbar.

Übt die eher karge und wilde Landschaft des Paznauns  eine besondere Anziehung auf dich aus?
Von Nauders kommend, war die erste Zeit im engen Tal nicht einfach für mich. Im Laufe der Zeit wurde ich aber zur echten Paznaunerin, und ich fühle mich sehr wohl hier.


Hast du ein Lieblingsmotiv?
Die alte Alpe Dias im Sommer wie im Winter. Besonders gerne male ich auch die Hintergründe für den Krippenverein.

Ist mit den Paznaunern im Allgemeinen ein gutes Auskommen?
Auf die Menschen im Tal ist absolut Verlass. Sie sind sehr hilfsbereit, was sich in Krisen besonders bemerkbar macht. Geht man auf sie zu, gewinnt man sie relativ rasch.



Heidrun Rudigier ist 61 Jahre alt. Sie wuchs in Nauders auf und lebt seit 1978 in der Sinsnerau bei Kappl. Nach Abschluss der Ferrarischule in Innsbruck 1973 war sie bis zu ihrer Übersiedlung ins Paznaun  beim Landesreisebüro am Reschenpass tätig. Hier lernte Heidrun ihren Mann Josef kennen, der dort als Zollbeamter stationiert war.