MENSCHEN IM PAZNAUN: JÜRGEN KURZ, HOTELIER UND AUFSICHTSRATSVORSITZENDER DER SSAG

Jürgen Kurz ist 50 Jahre alt, Hotelier des Ischgler Hofs und außerdem noch Aufsichtsratsvorsitzender der Silvrettaseilbahn AG. Trisanna erklärt er, was es braucht um ein guter Gastgeber sein zu können – und warum er mit ganz viel Zuversicht in die Zukunft blickt.

Fotos: Niko Havranek

Jürgen, Sie sind hier im Hotel groß geworden, 1997 haben Sie es dann übernommen. Wie prägt einen diese Art des Aufwachsens?

Das ist schwer zu sagen, weil ich es nicht anders kenne, es war ganz normal für mich. Aber was ich merke ist, dass ich die Bewegung brauche, so wie das in größeren Hotels nun mal ist. Es muss etwas los sein rund um mich, damit ich gut arbeiten kann. Dann geht alles besser.

Das Paznaun ist für seine Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit bekannt. Es ist sicher an manchen Tagen schwierig, auf jeden Gast persönlich einzugehen, oder?

Das Paznaun und auch wir hier in Ischgl haben sehr viele Stammgäste. Schwierig, nein, das würde ich nicht sagen. Ich glaube viel eher, dass es sicher eine unserer Stärken ist, dass wir es geschafft haben, trotz der Größe persönlich zu bleiben.

Welchen Tipp würden Sie Hoteliers geben, die gerade erst anfangen?

So banal es klingt – das Wichtigste ist: Man muss den Gast wirklich mögen. Dann ist der Umgang mit ihm nicht schwierig und dann fühlt er sich auch wohl. Freundlichkeit muss sein, aber wenn man es nicht so meint, wird es nicht funktionieren.

Sie haben noch eine zweite Funktion, sind Vorsitzender des Aufsichtsrates der Silvrettaseilbahn AG. 

Stimmt, Vorsitzender bin ich seit 2002, dabei schon seit fast 20 Jahren. Es ist eine wirklich tolle Aufgabe, weil man einerseits sehr viele Leute kennenlernt und es andererseits natürlich Spaß macht, in einer Gesellschaft mitzuarbeiten, die so super funktioniert wie die SSAG. Das ist nämlich auch wichtig für unsere Leute hier, immerhin ist jede Menge heimisches Personal bei der Seilbahn angestellt.

Abschließend: Wenn Sie an das Paznaun und die Zukunft denken – was wünschen Sie sich?

Ich würde mir wünschen, dass das Paznaun und Ischgl so bleibt wie es ist. Und vor allem auch: Dass wir, die Einheimischen, so bleiben wie wir sind. Was das angeht, bin ich auch sehr zuversichtlich. Wenn ich mir unseren Nachwuchs so anschaue, gibt es viele, die die Hotelerie und die Gastronomie sehr ernst nehmen – und die, glaube ich, für diese Aufgaben auch geboren wurden.