MENSCHEN IM PAZNAUN: MICHAELA PFEIFER, GRAFIKERIN

Michaela Pfeifer ist 30 Jahre alt und arbeitet seit fünf Jahren selbstständig als Grafikerin in Kappl. Trisanna verrät sie, warum sie genau dieser Schritt glücklich gemacht hat – und warum man einfach sein Ding durchziehen sollte.

Fotos: Niko Havranek

Michaela, dein Büro hast du im Erdgeschoß eines Einfamilienhauses eingerichtet. Es ist aber ein besonderes Haus, richtig?

Es ist das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Ich wohne jetzt wieder hier, meine Eltern haben am Nachbargrundstück gebaut. In diesem Haus habe ich als Kind schon ganz viel und gern gezeichnet und gemalt. Es hat also hier angefangen.

Trotzdem hat es ein bisschen gedauert, bis du genau wusstest, was du machen willst. 

Das stimmt, ich habe nach der Matura nicht wirklich gewusst, was ich machen möchte und habe erstmal, so wie die meisten hier in der Region, eine Saison im Tourismus gearbeitet. Dann habe ich in Innsbruck angefangen Sozialpädagogik zu studieren – aber das war mir ein bisschen zu trocken.

Und dann?

Ich habe wieder überlegt: was möchte ich machen? Und habe dann im Internet die Werbedesignakademie am WIFI in Innsbruck gefunden. Schon gleich zu Beginn habe ich dort gemerkt: da bin ich richtig – man konnte sich ausprobieren und selbst herausfinden, wo seine Stärken liegen. Nach zweieinhalb Jahren habe ich dann mein Diplom abgeschlossen und angefangen in einer Agentur zu arbeiten.

Dann aber trotzdem der Schritt in die Selbstständigkeit – warum?

Ich bin nicht so gerne nur Umsetzerin, ich bin lieber Gestalterin. Was mir in der Agentur gefehlt hat, war der direkte Kontakt mit dem Kunden, also dass ich mich richtig in das Projekt miteinbringen kann. Das habe ich jetzt. Außerdem hat – obwohl Innsbruck eine wirklich tolle Stadt ist – ein bisschen das Heimweh gepackt. So, wie es jetzt ist, gefällt es mir auf jeden Fall besser. Ich ziehe jetzt einfach mein Ding durch, das macht mich glücklich.

Auf deinen selbstgemalten Bildern, die hier an der Wand hängen, steht in der Ecke „Mitchy“. Wie kam es zu dem Spitznamen?

(lacht) Den Namen haben mir Freundinnen in der Schule gegeben. Wir haben damals extrem gerne die Sendung Baywatch geschaut. Und Mitchy kommt von Mitch Buchannon, der von David Hasselhoff gespielt wurde.