MENSCHEN IM PAZNAUN: OTMAR JUEN, BAUERNVERTRETER

Er ist studierter Jurist, liebt seine Region und kümmert sich um die Zukunft der Landwirtschaft im Paznaun. Heute im Trisanna-Gespräch: Otmar Juen, Bauernvertreter

Name
Dr. Otmar Juen

Alter
52, Geboren in See



Wohnort

See

Beruf
Regionsleiter West der Landwirtschaftskammer Tirol

Familie
Verheiratet mit Manuela seit 1994.
Tochter Andrea, geb.1995 und Sohn Bernhard, geb.1997.



Wie siehst du als „Bauernvertreter“ die Zukunftschancen der kleinstrukturierten Landwirtschaft im Paznaun?
Die kleinstrukturierte Landwirtschaft hat vor allem dann eine Überlebenschance, wenn die Gesellschaft ihre eigentlichen Leistungen   deutlich mehr respektiert und honoriert. Es ist eben nicht selbstverständlich, dass trotz Leistungsabgeltung von EU, Bund und Land die meisten Almen noch bewirtschaftet werden, nämlich durch das von den tierhaltenden Betrieben überwinterte Vieh, dass die Felder und Wiesen nachhaltig gemäht, die Wälder durchforstet werden. Die ehrlichste und tiefgreifendste Wertschätzung der Leistungen der Bäuerinnen und Bauern ist wohl jene, wenn ihre Produkte und Dienstleistungen direkt an den Endverbraucher gelangen und diese bereit sind, einen ehrlichen, fairen Preis dafür zu bezahlen.

Regionalität ist zurzeit in aller Munde.  Bedeutet ein gesicherter Absatz von regionalen Produkten, zum Bespiel in der gehobenen Gastronomie für die Bauern im Tal eine Grundlage für das Fortbestehen ihres Betriebes?
Ich bin dankbar für diese Frage. Zum Begriff „Regionalität“, der gerade in letzter Zeit von vielen Handelsketten in ihrer Werbung verwendet wird, möchte ich eines festhalten: Wir haben bereits vor mehr als 20 Jahren genau mit der Wortmarke „Aus der Region – Für die Region“ erstmals die große Chance der Regionalität erkannt. Die unmittelbare Bezugsmöglichkeit von heimisch erzeugten Lebensmitteln ist notwendig, damit die Produzenten, die Bäuerinnen und Bauern die nötige Wertschätzung erfahren. Zum anderen entsteht so eine unbezahlbare Motivation für unsere bäuerlichen Betriebsführer, ihre Betriebe trotz zahlreicher behördlicher und finanzieller Auflagen und Erschwernisse auch in der Zukunft weiterzuführen.



Mit dem Galtürer Almkäse gibt es zurzeit ein Vorzeigeprodukt. Welche Paznauner- Produkte kämen für dich noch in Frage?
Heumilch, erzeugt in silofrei fütternden Betrieben, aus noch großteils händisch geerntetem Heu.

Dein Lieblingsausdruck auf Paznaunerisch?
salt (selber)

Deine Lieblingsspeise?
Hackbraten, gekocht von meiner Frau Manuela

Lieblingsplatz im Paznaun?
Bieler Höhe (Stausee)

Beschreibe die Paznauner als Menschenschlag:
Fleißig, heimatverbunden, stolz auf selber Geschaffenes

Wenn See ein Tier wäre: Welches?
Ziege

Mit welchem Getränk stößt man auf ein gelungenes Projekt an?
Schnapsli (Voglbeerer)

Lieblingsfarbe im Winter?
Gelb

Das Skigebiet See in einem Wort?
Klein, aber fein…


Lieblingssprache während der Saison?
Paznaunerisch

Wo findest du einen Moment der Ruhe?
Im Sommer hinterm Haus, ansonsten beim „Fuchs passen“

Lieblingslied mit Paznaun-Bezug?
„Paznauner Lied“ (Berggipfel hoch umschließen, das Tal…“)

Wichtigstes Accessoire im Winter?
Filzstiefel

Die beste Uhrzeit des Tages?
Sechs Uhr früh

Die wichtigste Veränderung des letzten Jahrzehnts?
Das Internet