MENSCHEN IM PAZNAUN: ROLI TSCHODER, WILDER HUND

Roland Tschoder ist 22 und im Winter selbstständiger Snowboardprofi. Er gilt als bester Springer im Paznaun und wird bei Wettbewerben gerne zum Sickest Rider gewählt. Zum Trisanna-Termin kommt er mit eingegipster Hand, was ihn aber von keinem Sprung abhält.

FOTOS: MAX KROPITZ

Roli, als wir anderen im Tal erzählt haben, dass wir dich treffen, haben alle gesagt: der wilde Hund! Ist da was dran?

Ich weiß schon, dass die Leute das reden. Aber ich denk, dass ich ganz normal bin. Aber so wie es aussieht, bin ich das für die anderen nicht. Ich bin Sportler. Und im Sport ist es schon so, dass man ein Risiko eingehen muss. Meistens ist es aber abschätzbar.

Wo ist deine Grenze?

Schwer zu sagen. Aber wenn man im Vorhinein weiß, dass etwas nicht geht, dann probiert man es nicht. Aber wenn es klappen könnte, dann macht man es schon.

Du sitzt mit einer Gipshand vor uns. Auch im Gesicht sieht man noch ein paar Spuren. Was ist passiert?

Ich habe mir vor ungefähr einem Monat den Mittelhandknochen gebrochen und die Nase – drei Mal. Ich bin bei einer Tour in Kappl von einer Steinplatte abgestürzt und 200 Meter runter geflogen.

Uff.

Ja, es war heftig. Aber ich denke da jetzt nicht weiter drüber nach. Zu Beginn war es eher der Ärger über mich selbst. Die Verhältnisse waren schwierig. Aber es gibt mir so viel, dass ich rauf muss auf den Berg.

Du bist Snowboardprofi, fährst erfolgreich bei Wettbewerben mit, machst Werbeshootings für verschiedene Marken. Wie trainierst du?

Ich gehe nicht trainieren, ich gehe einfach Snowboarden. Seit ich beim ÖSV raus bin, sag ich: Das ist kein Sport, den man trainiert, das ist ein Lifestyle. Ich gehe fahren. Wenn die Motivation passt, mache ich meine Tricks, wenn es mir nicht so gut geht, cruise ich nur ein bisschen. Meine Meinung ist: Jede Minute, die ich auf dem Board stehe, ist so etwas wie Training.

Was ist dein bester Trick?

Der One Foot Back Flip. Den können wenige außer mir weltweit. Ein Fuß ist dabei aus der Bindung draußen.