MENSCHEN IM PAZNAUN: SABRINA POPP, FREIGEIST

Sabrina Popp ist 38 Jahre alt. Wenn man sie fragt, sagt sie aber 40 – „aufgerundet“. Die gebürtige Deutsche ist seit elf Wintersaisonen in Ischgl, im Sommer reist sie um die Welt. Sie erzählt uns, warum sie ihr Leben so führt wie sie es führt – und warum sie  so am Paznaun hängt.

Fotos: Niko Havranek

Sabrina, du kommst aus Gochsheim in Deutschland, aber hier in Ischgl kennt dich trotzdem fast jeder. Wie ist das passiert?

Ich bin schon früh aus Deutschland weg. Ich war Animateurin, und Freunde haben erzählt, dass in einem Sportgeschäft in Ischgl Verkäufer gesucht werden und das ganz toll hier ist. Dann haben mein damaliger Freund und ich in zwei Wochen unsere Sachen verkauft und sind los.

Aber dass du elf Saisonen später immer noch hier bist, hättest du das gedacht?

Nein, als ich von zu Hause weg bin, sicher nicht. Aber der „Alpenhof“ ist jetzt schon meine – glaube ich – siebente Station in Ischgl. Und es gefällt mir gerade so gut wie nie zuvor. Ich habe tolle Freunde, einen tollen Job und die beste Chefin.

Eigentlich bist du aber gelernte Frisörin – und hast hier sogar schon auf der Piste Haare geschnitten, oder?

(lacht) Ja, das war eine coole Aktion. Wir haben damals im Funkpark beim Kicker unten am Table einen Stuhl hingestellt, und dort habe ich mitten auf der Piste die Haare geschnitten. Währenddessen sind die Snowboarder über uns drübergesprungen.

Einige Menschen würden das Leben, das du lebst, sicher als eher unkonventionell bezeichnen.

Das ist wahrscheinlich so. Ich arbeite halt im Winter und bin dann im Sommer monatelang auf Reisen. Ich sage immer: Ich mache jetzt , was andere sich für die Rente vornehmen. Ich möchte das nunmal in dem Zustand machen, in dem ich jetzt bin: gesund und fit. Ich will surfen, ich will hiken und Sachen erkunden. Was ich im Sommer besonders genieße, ist, dass ich unglaublich spontan sein kann. Wenn mir jemand von einem tollen Ort erzählt und fragt, ob ich mitkommen will, kann ich einfach sagen: Oh ja, da bin ich dabei. Und mittlerweile brauche ich auch beides – das Gleichgewicht zwischen Bergen im Winter und Meer im Sommer. Anders geht es gar nicht.

Wo warst du vergangenen Sommer?

In Panama. Oh wie schön ist Panama! Das Schöne am Reisen ist ja, dass man auch einiges über sich selbst lernt.

Zum Beispiel?

Wie man in verschiedenen Situationen reagiert. Bei mir ist es so, dass ich im Sommer viel besser genießen kann, Sachen besser wegstecke. Das gelingt mir im Arbeitsleben nicht so gut.

Was macht für dich das Paznaun so besonders? 

Es sind wirklich die Leute. Ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden.