MENSCHEN IM PAZNAUN: SANDRO KLEINHANS, SKILEHRER

Sandro Kleinhans ist 26, Ski- und Skiführer und kommt aus Ischgl. Von hier wegzugehen, das war für ihn nie ein Thema. Weil er da ist, wo er am liebsten ist. Und das ist auch oben in den Bergen. Ein Gespräch über das gute Gefühl – auf den Ski und im Ort.

Fotos: Niko Havranek

Sandro, du hattest Angebote aus Neuseeland, Australien und Japan hast aber alle ausgeschlagen. Warum?

Mich hat immer irgendwas im Tal gehalten. Ich bin ein geselliger Typ, ich mag es, wenn ich die Leute gut kenne, die ich rund um mich habe. Ich bin auch in vielen Vereinen aktiv. Beim Fußballverein als Spieler und Trainer zum Beispiel oder auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Mir taugt der Zusammenhalt im Tal und dass es hier eben auch Leute gibt, die sich engagieren ohne etwas dafür zu bekommen. Für mich gab es deswegen keinen Grund, irgendwo anders hinzugehen.

Einheimische wie Du sprechen oft von dem Gesamtpaket.

Genau so ist es. Im Winter Ski, im Sommer Bike. Mir taugt es einfach, mich in der Früh irgendwo reinzusetzen und zu fachsimpeln. Egal wo ich hingehe, es ist immer jemand zum reden da. Außerdem ist es hier nicht so heiß wie in der Stadt und bei uns sagt man so schön: Das Schönste in Innsbruck ist der Blick ins Tal. (lacht)

Während dem Sommer hast du jahrelang als Tischler gearbeitet. Im Winter aber immer als Skilehrer und -führer. Was ist ein perfekter Skitag für dich?

Nette Gäste, ein super Pulver und Sonnenschein. Kurse gebe ich schon seit ich ca. 15 war – aber ich gehe immer noch jeden Tag mit Freude in die Arbeit.

Wie kam es dazu, dass du die Ausbildung begonnen hast?

Ich hatte mit etwa 14 ein ziemlich dramatisches Erlebnis am Berg. Meinen besten Kumpel und mich hat damals eine Lawine mitgenommen. Ich war bis zu den Achseln teilverschüttet, sind da gerade noch irgendwie rausgekommen. Da habe ich mir gedacht: Moment, vielleicht kennst du dich doch nicht gut genug aus.

Heftig.

Aber auch mit einer tollen Ausbildung muss man immer aufpassen. Es gibt da einen meiner Meinung nach sehr passenden Spruch. Der geht so: Gib Acht, denn die Lawine weiß nicht, dass du Experte bist. Ein Restrisiko gibt es immer, aber je besser man sich auskennt, desto besser ist das Gefühl im Gelände.