MENSCHEN IM PAZNAUN: SEPPI KURZ, POSAUNIST

Er spielt die Posaune. Mit seiner Blasmusik prägt er den Soundtrack des Paznaun. Trisanna im Gespräch mit dem Touristiker Seppi Kurz.

 

Name
Seppi Kurz

Alter
32, geboren in Zams

Wohnort
Galtür, Obmann der Musikkapelle Galtür, Angestellter beim Tourismusverband Paznaun-Ischgl

Familie
verheiratet mit Angelika seit 2014


Wie wird man in jungen Jahren Obmann von der Musikkapelle Galtür?

Seit 1999 bin ich aktives Mitglied der Musikkapelle Galtür und habe mich schon sehr früh dafür interessiert. Ich war schon über 10 Jahre Jugendreferent und geschäftsführender Obmann. Nachdem unser langjähriger Obmann von diesem Posten zurückgetreten ist, habe ich mich zur Wahl aufstellen lassen, da ich mich noch einer weiteren Herausforderung stellen wollte. Ich habe dann von meinen Musikkollegen das Vertrauen geschenkt bekommen und wurde im November 2017 zum Obmann gewählt.

Welche Rolle spielt die Musikkapelle im Dorfleben von Galtür?
Eine sehr wesentliche. Galtür hat ca. 780 Einwohner, die Musikkapelle Galtür hat derzeit 65 aktive Mitglieder. Das sind ca. 8 % der Einwohner von Galtür. Darin sieht man neben dem musikalischen auch den gesellschaftlichen Stellenwert der Musikkapelle in unserem Ort. Des Weiteren ist die Musikkapelle, gemessen an der Anzahl der Proben und Ausrückungen (über 100 x im Jahr), der aktivste Verein in Galtür.


Wie ist es um den musikalischen Nachwuchs in Galtür bestellt?
Zurzeit sehr gut. Wir haben derzeit über 10 Kinder in Ausbildung. Man darf dies jedoch nicht unterschätzen, da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Die Kinder werden schon in der Volksschule von uns besucht, um ihnen das Erlernen eines Instrumentes schmackhaft zu machen. Die Ausbildung dauert dann 3-4 Jahre, bis sie dann bei der Musikkapelle Galtür aufgenommen werden können. Um die Lust am Musizieren zu erhalten und vielleicht noch auszubauen, gibt es noch das vereinsinterne Jugendorchester.

Wie kam es zur Gründung des Galtür Syndikat, dessen Mitglied du auch bist?
Für die Saisoneröffnung im Dezember 2003 wurde kurzfristig ein Ensemble zusammengestellt, wo ich die Trompeter gespielt habe. Danach haben 4 Musiker diese Gruppe weitergeführt. Anfang 2006 bin ich zum mittlerweile „Galtür Syndikat“ gestoßen. Da eine Posaune gefehlt hat, habe ich dafür das Instrument gewechselt. Mittlerweile sind wir sieben Musiker – allesamt Mitglieder der Musikkapelle Galtür.


Dein Lieblingsausdruck auf Paznaunerisch?

zalwånder  (zu zweit u.a. Ausdruck beim Karten spielen)

Deine Lieblingsspeisen, von wem gekocht?
Tiroler Jahrling, Rosmarin-Kartoffel und Röst-Gemüse von meiner Frau Angelika, Schweinsbraten mit Semmelknödel und Sauerkraut von meiner Mutter Rosi, Zwiebelsuppe und anschließend Murmeltierbraten von meinem Vater Sepp

Lieblingsplatz im Paznaun?
Kops – Zeinis

Beschreibe die Paznauner als Menschenschlag
Manchmal ein wenig engstirnig, aber wenn‘s drauf ankommt, halten wir zusammen.


Wenn Galtür ein Tier wäre: Welches?

Steinbock

Mit welchem Getränk stößt man auf ein gelungenes Projekt an?
Galtirer Enzner (original Galtürer Enzianschnaps)

Lieblingsfarbe im Winter?
weiß

Das Skigebiet Galtür in einem Wort?
perfekt

Lieblingssprache während der Saison?
galtirerisch

Wo findest du einen Moment der Ruhe?
beim Musizieren

Lieblingslied mit Paznaun-Bezug?
“These are the days“ von Van Morrison, diesen Song haben wir mit dem Galtür Syndikat zusammen mit Willi Resetarits & Stubnblues bei den Genusstagen 2008 in Galtür gespielt.

Wichtigstes Accessoire im Winter?
a gscheidi Koppa (Kappe)

Die beste Uhrzeit des Tages?
20.30 Uhr – da beginnen in der Regel die Musikproben

Die wichtigsten Veränderungen des letzten Jahrzehnts?
Persönlich: als ich 2008 meine Frau Angelika kennengelernt habe. Gesellschaftlich: dass ich das Vertrauen bekommen habe und 2017 zum Obmann der Musikkapelle Galtür gewählt wurde. Und das Spannendste: das Musizieren mit dem Galtür Syndikat am Gipfel des Piz Buin (3.312 m) anlässlich „150 Jahre Erstbesteigung“ im Jahr 2015.