MENSCHEN IM PAZNAUN: GÜNTHER ZANGERL, HEIMKEHRER

Günther Zangerl ist 43 Jahre alt und in Ischgl aufgewachsen. Beruflich war er für längere Zeit in Landeck und Innsbruck. Jetzt ist der studierte Jurist zurück. Und zwar in einer der wichtigsten Positionen des ganzen Paznaun. Mit Trisanna spricht er über Freude und Verantwortung.

Fotos: Niko Havranek

Günther, du bist seit April 2018 einer der Vorstände der Silvrettaseilbahn AG – eine große Aufgabe.

Das ist richtig. Die Ischgler Seilbahn ist ein Unternehmen, das für die Region extrem wichtig ist, das Arbeitsplätze schafft, das für Infrastruktur und Weiterentwicklung sorgt. Meine neue Aufgabe ist daher mit einer großen Verantwortung verbunden, sie hat aber auch sehr schöne Seiten, und die mit dieser Funktion verbundene Herausforderung reizt mich natürlich.

Du warst jetzt rund 15 Jahre in verschiedenen Abteilungen als Landesbeamter in Innsbruck tätig. Ein guter und sicherer Job. Trotzdem hast du dich für deinen neuen Job beworben. Wie kams?

Es hat sich – für mich durchaus überraschend – zu einem idealen Zeitpunkt die Gelegenheit geboten, noch einmal etwas völlig Anderes zu machen. Eine einmalige Gelegenheit, wie ich finde. Der Job war ausgeschrieben, und ich habe gewusst: Das muss ich einfach probieren! Ich hätte es wahrscheinlich irgendwann bereut, wenn ich es nicht zumindest versucht hätte. Ich bin ja direkt aus Ischgl und weiß daher um die enorme Bedeutung dieser Position für die gesamte Region.

Du arbeitest nicht das erste Mal bei der Seilbahn.

Stimmt, früher, als Student habe ich einige Sommer bei der Bahn angeheuert. Ich habe dabei unter Anleitung unseres Pistenchefs alle möglichen Arbeiten ausgeführt und mich dann bis zum Mähtrakfahrer „hochgedient“. Wenn dann die seinerzeitigen Vorstände mit ihren Jeeps vorbeigefahren sind, habe ich mir schon damals des Öfteren gedacht: Einmal so ein Seilbahnvorstand zu sein, das wäre schon was!

Jetzt bist du nach so langer Zeit wieder zurück in Ischgl. Was bedeutet Heimat für dich?

Die Verbundenheit mit meiner Heimat war für mich ein ganz wesentlicher Aspekt, warum ich zurückkommen wollte. Ich möchte für Ischgl, für die Region, etwas bewegen. Das ist die Herausforderung, der ich mich stelle. Die Gestaltungsmöglichkeiten eines Vorstandes der Silvrettaseilbahn AG machen für mich den großen Reiz dieser Aufgabe aus. Dass ich jetzt wieder da arbeite, wo ich aufgewachsen bin, im Ort, in dem meine Eltern leben und in dem ich noch viele Leute von früher kenne – das ist natürlich schon etwas Besonderes und auch Schönes.

Wenn du an die Zukunft denkst: Was wünscht du dir?

Für die Seilbahn wünsche ich mir, dass es ähnlich erfolgreich weiter geht wie bisher. Dass wir Leuten aus der Region weiterhin attraktive Arbeitsplätze bieten können und sich die Wertschöpfung im Sommer verbessert. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt, wenn wir am Ball bleiben und damit auch künftig ein Vorzeigeunternehmen der Branche sein werden, an dem sich andere orientieren.