Schnee im November? In Ischgl ist das ganz normal

Wie in ganz Westösterreich hat auch im Paznaun der Winter mit spektakulären Schneefällen begonnen. Zu früh im Jahr? Nein, wie ein Blick in die Ischgler Dorfchronik zeigt. 14. SEPTEMBER 1695
ES SCHNEITE SO STARK, DASS DIE BAUERN DAS GRUMMET NICHT MEHR EINBRINGEN UND DIE OBERPAZNAUNER IHR GETREIDE NICHT ERNTEN KONNTEN. DIE FOLGEN: HUNGERSNOT UND ABWANDERUNG 10. FEBER 1710
DER WINTER WAR VORBEI. DAS GRAS SPRIESSTE. DIE ZIEGEN WURDEN AUF DIE WEIDE GETRIEBEN. 1. AUGUST 1718
DER SOMMER WAR FRÜH GEKOMMEN. ANFANG AUGUST WAREN DIE BOHNEN REIF UND DAS GETREIDE WURDE GEERNTET. 1. JÄNNER 1724
DER WINTER WAR NOCH IMMER NICHT DA – UND ER WOLLTE AUCH NICHT MEHR KOMMEN. DIE BAUERN MUSSTEN HOLZ UND GETREIDE STATT MIT DEM SCHLITTEN AUF DEM RÜCKEN INS TAL TRAGEN. via GIPHY 3. JULI 1729
DAFÜR LIESS SICH DER WINTER IN DIESEM JAHR NICHT LUMPEN. ER WOLLTE GAR NICHT MEHR GEHEN. ERST IM JULI KONNTE DAS VIEH AUF DIE ALM GETRIEBEN WERDEN. 25. JULI 1772
DER WINTER WAR AUSSERORDENTLICH HART. ERST AM 25. JULI WURDE AUF DER ALM ZUM ERSTEN MAL GEBUTTERT. 15. AUGUST 1816
DER SOMMER WOLLTE NICHT IN FAHRT KOMMEN. DIE ERNTE WAR GERING. IM PAZNAUN WURDE GEHUNGERT. 22. JULI 1836
MITTEN IM JULI KAM DER GANZ GROSSE SCHNEE. DAS VIEH MUSSTE NOTFALLMÄSSIG VON DEN ALMEN GETRIEBEN WERDEN 30.JULI 1954
WIEDER KAM DER SCHNEE ZUR UNZEIT UND DAS VIEH WURDE VOM SCHNEE AUF DER ALM ÜBERRASCHT UND MUSSTE ABGETRIEBEN WERDEN. 20. SEPTEMBER 1974
ES BEGANN SO STARK ZU SCHNEIEN, DASS DER SCHNEE SELBST IM TAL NICHT MEHR SCHMOLZ. KOMMENTAR VON SEICHLERS ZISCHGA, DER MIT 98 JAHREN DAMALS ÄLTESTEN PAZNAUNERIN: „A SO A SAUWÖTT’R WASS KANN ALTA MONN!“ – AN SO SCHLECHTES WETTER KANN SICH NICHT EINMAL EIN ALTER MANN ERINNERN. 1. AUGUST 1981
DIE GEPLANTE FEIER ZUM FÜNFZIGJÄHRIGEN JUBILÄUM DER NIEDERELBEHÜTTE ENTFIEL – ES HATTE IM AUGUST EINEN METER GESCHNEIT. 30. AUGUST 1995
ES SCHNEITE ENDE AUGUST SO HEFTIG, DASS DIE TIERE VON DER WEIDE GETRIEBEN WERDEN MUSSTEN. DIE ALPWEGE WURDEN MIT RÄUMFAHRZEUGEN GERÄUMT.