Schneeskulpturen: Wo die Musik spielt

Die Sieger des internationalen Schneeskulpturenfestivals in der Silvretta Arena stehen fest. Ein Saxophon und eine Gitarre ist für die Jury die imposanteste Skulptur, die in diesem Jahr auf der Idalp errichtet wurde. Und das völlig zurecht.

Gitarre + Saxofon. So nennen die beiden italienischen Bildhauer Ivan Holzknecht und Armin Rifesser ihre eindrucksvolle Skulptur, die sie in der vergangenen Woche auf der Idalp aus dem Schnee geschlagen haben. Und es ist wirklich eine eindrucksvolle Arbeit: Auf mehr als drei Meter Höhe ragt der Gitarrenkopf hoch, er ist dabei aber trotz aller Imposanz ganz fein und zart, fast zerbrechlich. Die Stimmwirbel der Gitarre sind dabei detailgetreu gearbeitet, das gilt auch für die Bundstäbchen und den ganzen Rest des Instruments. Unglaublich, dass das alles vor wenigen Tagen noch ein großer, fester Klumpen Schnee war, dem die beiden Südtiroler mit Hammer, Meissel und anderem Werkzeug zu Leib gerückt sind.

Die Arbeit hat auch die strengen Juroren des 27. internationalen Schneeskulpturen-Wettbewerbs in der Silvretta Arena überzeugt: Sie haben die beiden Italiener einhellig zu den ersten Preisträgern des Wettbewerbs ausgerufen. In diesem Jahr ging es, anlässlich des 25-Jahres-Jubiläums der Top of the Mountain Concerts in Ischgl um die Popsuperstars, die bereits in Ischgl aufgetreten sind. Dementsprechend sind fast alle Eisskulpturen Abbildungen alter Bekannter, die Spanne reicht von Zucchero über Pink bis zu Bon Jovi oder Elton John.
Auf dem zweiten Platz landete das Team Ivo Piazza und Reiner Kasslatter aus Italien mit Superstar „Tina Turner“. Der dritten Platz ging an Ralf Rosa und Peter Fechtig aus Deutschland mit ihrer Skulptur „Deep Purple“. „Wie jedes Jahr sind wir von der kreativen Leistung der Teilnehmer und der meisterhaften Umsetzung tief beeindruckt“ sagt Andreas Steibl von der Ischgler Jury. „Die Künstler haben auch in diesem Jahr wieder eins oben draufgesetzt und uns die Wahl dadurch sehr schwer gemacht.“
Die Siegerstatue Gitarre + Saxofon
Tatsächlich sind aber alle Arbeiten, die in der Vorwoche auf der Idalp entstanden sind, in jedem Fall einen Galerie-Rundgang wert. Oder sollte man besser sagen: eine Galerierundfahrt? Denn alle Werke sind auf oder entlang der Piste, und gut per Ski zu erreichen. Und das noch länger: In Ischgl sind die Lifte bis Anfang Mai in Betrieb. Und so lange stehen auch die überlebensgroßen Musiker auf der Piste.