Schwimmflügel für Offpiste-Artisten

Nicht nur, aber vor allem an Tagen wie diesen sind Lawinenrucksäcke mit Airbagsystemen eine Investition in die eigene Sicherheit. Wir haben uns umgesehen, was es aktuell so am Markt gibt.

Lawinenrucksäcke mit Airbag-System gehören seit einigen Jahren zur Standard-Ausrüstung von Tourengehern und Variantenfahrern. Allheilmittel sind sie natürlich keines: Sie ersetzen weder ein LVS-Ortungsgerät, eine Sonde, den Helm oder eine Schaufel. Denn nur weil jemand einen Airbag umhatte bleibt er trotzdem in der Lawine und muss erst einmal gefunden und dann ausgegraben werden. Aber davon abgesehen erhöhen Lawinenrucksäcke die Chance einer geringeren Verschüttungstiefe oder vielleicht sogar teilweise an der Oberfläche zu bleiben, um so schneller gefunden zu werden oder sich im ganz seltenen Fall sogar selbst befreien zu können. Denn technisch gesehen schafft der Airbag einen Luftpolster rund um den Skifahrer – wenn er in die Lawine kommt kann dieser ihn weiter oben halten, ein bisschen wie ein Schwimmflügel. (Aber es muss nicht sein).

Insgesamt ist das eine Herausforderung, und in den vergangenen Jahren haben unterschiedliche Hersteller deswegen unterschiedliche Systeme entwickelt, wie diese Airbags aufgeblasen werden (die meisten Anbieter verwenden dazu Gaskartuschen), wie sie ausgelöst werden (direkt am Körper oder auch mit einer Fernauslösung für ganze Gruppen vom Schifahrern). Marktführer ist dabei das System ABS, das von ABS selbst aber in Lizenzen auch von Ortovox, Darkine oder Vaude benützt wird. Scott und Mammut haben wiederum Systeme entwickelt, die sehr leicht sind und bei denen man die Airbags gänzlich aus dem Rucksack entfernen kann, wenn man mal nicht auf eine Tour geht und trotzdem einen schönen Rucksack benützen will. Manche Rucksäcke können mehrmals ausgelöst werden, was bei mehreren Lawinenwellen nützlich ist. Einige der Airbags verwenden Akkus und keine Gaskartuschen mehr, das System dazu nennt sich Jetforce. Dadurch werden die Rucksäcke zwar schwerer, andererseits sind sie in der Handhabung billiger – denn wenn eine Gaskartusche auch nur zu Testzwecken verbraucht wurde ist sie trotzdem leer und muss erneuert werden was bei manchen Anbietern bis zu 140 Euro kosten kann. Der Lawinenrucksack BCA Float wiederum ist sehr leicht und setzt auf Kartuschen, die die Benützer selbst nachfüllen können- der Nachteil ist, dass der Kopf- und Nackenschutz sehr gering ausfällt.