Skifahren am Morgen: Der Reiz der frühen Stunde

Punkt 8.30 Uhr geht bei der Pardatschgradbahn der Rollbalken hoch und die Touristen dürfen auf den Berg. Es geht da um jede Minute, denn nie ist Skifahren besser als in den frühen Morgenstunden. Wir wissen, wovon wir sprechen.

Der erste beim Frühstück, der erste bei der Gondel, der erste auf der Piste: Zugegeben, das klingt ein bisschen nerdig, vor allem, weil man ja im Urlaub ist. Aber andererseits: Es gibt kein besseres Skifahren als vor neun Uhr morgens. Da ist der Schnee noch brettelhart, die Hänge sind unverspurt, und außerdem gehören dir die Pisten meistens noch alleine. Weil die anderen ja auch Urlaub haben und vielleicht ein bisschen weniger nerdig sind als du.

Aber dann kommst du zur Gondel und stellst fest: Die Idee hatten ein paar andere auch.

Egal. Der erste auf der Piste: Es gibt kein besseres Gefühl, als sich in einen Hang reinzuwerfen, den noch keine Skispuren zerschnitten haben, auf dem die Spuren der Pistenraupen noch unverbraucht sind. Alles ist dann glatt und eben, der Schnee reagiert auf jeden Kantendruck genau so, wie man es sich davor überlegt hat. Es gibt keine Überraschungen – man kann also wirklich auf Zug fahren, man kann sogar über uneinsehbare Kuppen springen, weil es wartet dahinter weder eine Eisfläche noch eine buckelige Stelle und auch kein Skifahrer, der seine Ausrüstung zusammensammelt, weil er den Sprung nicht gestanden hat.

Aber wo soll man fahren? Unser Tipp: Mit der Pardatschgradbahn rauf, dann die Schwarze 4 hinunter bis zur Pardoramabahn. Die Piste hat ein ideales Gefälle für lange Carvingschwünge, sie ist in der Früh auch um diese Jahreszeit noch supergriffig – und jetzt sind noch keine Leute auf der Piste, man kann sich also runterwerfen, als wäre es früh am Morgen.

Gefühlt ist es dann 8.45 Uhr. Mit der Pardoramabahn ist man in wenigen Minuten (exakt: 5,4 Minuten) wieder oben, und dann muss man sich sputen. Denn nach dem Warm Up muss man dann runter zur Idalp, das geht nur im Pulk mit den anderen Frühaufstehern, und dann gleich weiter zum Höllboden. Wir wollen nämlich über die Höllkarbahn (Fahrzeit 5,5 Minuten)  rauf zur Palinkopfbahn oder zur Zeblasbahn. Beide öffnen erst um 9 Uhr, und das müsste  nach der Extratour mit der Pardoramabahn genau jetzt sein. Die Pisten unter den beiden Liften sind jedenfalls die Belohnung fürs Frühaufstehen. Sie liegen in der Sonne. Sie sind jetzt perfekt in Schuss. Und wenn man sich beeilt, dann gehen sich drei oder sogar vier Abfahrten aus, bis der große Rest der Skifahrer nachkommt.

Das ist ein Gefühl, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Auch wenn man dafür früh aufstehen muss.

Und falls es zu früh zu voll wird, dann einfach weiter fahren zur Valgronda. Die geht nämlich einfach immer.