Sprechen Sie Tourist? Heute Teil 2 und Ende: Bayrisch

Drei Tage ist Ischgl noch die Hauptstadt der Bayern (dann müssen ihre Bamps* wieder in die Schui**). Es ist also hoch an der Zeit, zumindest ein paar dieser komischen Wörter, die sie dauernd verwenden, zu erklären. Damit das mit der Verständigung klappt, und sie wiederkommen, die Grattla***. Wir sind nämlich keine Zipflklatscher****.

Schnabulieren, das

Wenn der Bayer etwas schnabuliert, dann isst er etwas. Meistens übrigens ein Tier, oder besser gesagt: die Reste davon. Welches Tier, das ist ihm meistens egal. So hält sich hartnäckig das Gerücht, dass in Süddeutschland die Biber vor allem deswegen fast ausgestorben sind, weil bayrische Mönche die Viecher zu Fischen erklärt und deswegen auch an Fasttagen verdrückt haben.

Tschampsterer, der

Einen Tschampsterer sollten wir tunichst nicht zu Hause antreffen, zumindest nicht in unseren eigenen vier Wänden. So bezeichnen die Bayern nämlich einen Liebhaber. Dass das Wort irgendwie an Champagner erinnert mag natürlich Zufall sein.

Muhackl, der

Wer die Piste zu schnell runter presst, muss sich nicht wundern, wenn ihm dieses Wort um die Ohren fliegt. Als Muhackl bezeichnet der Bayer nämlich einen Grobian. Und das will man wirklich nicht sein. (Außer, wenn man auf den Tschampsterer trifft, Anm.)

Moralischer, der

Diesem Phänomen begegnet man im Skiurlaub selten, in München aber häufiger. Zumindest weit nach Mitternacht, wenn sich die Sperrstunde nähert und man überlegt, ob angesichts des kommenden Arbeitstages die vergangenen Stunden wirklich notwendig waren.

Aafdouderer, der

im Zusammenhang mit einem Moralischen kann ein Aafdouderer durchaus eine Rolle gespielt haben. Damit bezeichnet der Bayer nämlich einen „Flaschenöffner“. Wenn der Bayer an der Bar also fragt „Kannst mia moi den Aafdouderer geben“, dann muss man sich nicht pikiert zur Seite drehen. Und man muss ihm auch kein Klopapier bringen.

Ananas, die

Wenn er eine „Ananas“ verlangt, dann soll man ihm an der Bar übrigens auf keinen Fall eine Ananas geben. Der Bayer will dann eine Erdbeere. Warum auch immer.

Bawalatschn, die

Wenn der Bayer am Sonntag sein Auto packt, Richtung München aufbricht und die Schi irgendwie eigenartig aufs Dach bindet, dann kann man ihn beeindrucken und ihm nachrufen: „Heast, wos ischn des fia a Bawalatschn“. So nennen Bayern nämlich ein Provisorium.

Beißzange, die

Kein Provisorium ist meistens eine Beißzange. Sie ist auch kein Werkzeug (wobei, vielleicht doch, aber das würde jetzt zu weit führen). Eine Beißzange nennt der Bayer eine bösartige Frau (wie der bösartige Mann heißt, wissen wir leider nicht).

bockboanig

Der bösartige Mann ist jedenfalls meistens bockboanig. Das bedeutet stur. (Es gibt menschen die meinen, das wären nicht nur die bösartigen Bayern, sondern alle).

Danzbesn, der

Ganz und gar nicht bockboanig ist der Danzbesn, obwohl bei ihm die Beine auch eine Rolle spielen. Ein Danzbesn ist jemand, der gern und viel tanzt. Jemand, der in der Hitze des Gefechts zu DJ Ötzi auf die Bar springt, müsste dann logischerweise  Danzfetzn, oder Danzwettex genannt werden, wir konnten das aber bis Redaktionsschluss nicht verifizieren.

Doggder, der

Fest steht jedenfalls: Hin und wieder passiert den Danzbesn, Danzfetzn und Danzwettex übles. Sie stürzen ab. Und manchmal müssen sie dann zum Doggder. Dahinter verbirgt sich keine Bulldogge, sondern ein Arzt.

(*Kinder, **Schule, ***Grattler,. so bezeichneten Bayern ursprünglich Tiroler, und es war nicht nett gemeint ,****Deppen)