Test: Der richtige Ski für jede Gelegenheit

Slalom? Allround? Oder doch ein Racecarver? Und wenn das klar ist: welches Modell? Wir haben uns bei Benni Walser von Silvretta Sports ein Beratungsgespräch gegönnt. Und wissen jetzt, welchen Ski wir wirklich haben wollen. Oder besser: welche Ski. Denn eigentlich braucht man immer mehrere. Der Race-Carver: Der richtige Ski für Speed auf der Piste Wer auf der Piste ordentlich Gas geben möchte und dabei gerne einen Ski hat, der ruhig am Schnee liegt und nicht flattert, der ist mit einem Riesentorlauf Rennski gut bedient. Die Geräte haben eine zurückhaltende Taillierung, bei einer Länge von 1,75 bis 1,80 Meter brauchen sie für die Kurve ungefähr 16-18 Meter. Das ist ambitioniert und auf einer vollen Piste kann das durchaus eng werden – wenn die Piste aber frei und bestens präpariert ist, dann machen diese Race-Carver wirklich Spaß. Der Profi nimmt übrigens ein körperlanges Modell: Also eines, das ungefähr so lang ist wie er selbst groß ist. Race-Carver machen übrigens nur auf der Piste Spaß: Im Gelände sind sie eine echte Vorgabe.
Bei Silvretta Sports gibt es in diesem Segment drei Modelle zur Auswahl: den Head Super Shape iSpeed, den Atomic G7 und den Fischer Curv. Der mit Abstand sportlichste Ski davon ist der von Fischer. Bei einer Länge von 1,75 Meter braucht er wegen seiner Taillierung einen Radius von 19 Metern. Er ist also wirklich vor allem für schnelle, lange Schwünge geeignet – die er mit einer gewaltigen Laufruhe bewältigt. Das Modell von Head ist deutlich drehfreudiger. Bei der gleichen Skilänge braucht er für die Kurve nur knapp mehr als 14 Meter. Er ist also ideal für Menschen, die zwischendurch auch mal einen kürzeren Schwung setzen wollen. Der Mittelweg zwischen beiden Modellen kommt von Atomic: Er ist etwas drehfreudiger als das Modell von Fischer, aber laufruhiger als der Head. Der Slalom-Ski: Wendig auf jeder Piste. Deutlich stärkere Taillierung, dadurch wendiger, und außerdem nimmt man in der Regel ein Modell, das sehr viel kürzer ist als man selbst groß ist: Slalomski sind das Drehfreudigste, was man für die Piste bekommen kann. Zehn, elf Meter ist bei den Spitzenmodellen der Kurvenradius nur noch groß, und wenn man die Kanten beim Rennservice wirklich ganz durch schleift, dann beisst ein Slalomski gewaltig: Sobald man ihn auf die Kante legt beisst er und zieht in die Kurve. Und wie! Ein Slalomski macht auch auf einer vollen Piste viel Spaß, vor allem den Menschen, die technisch sauber skifahren. Für höhere Geschwindigkeiten ist er jedoch nicht so geeignet, selbst Laien merken früh, dass ein Slalomski beim Schussfahren unruhig am Schnee liegt und flattert. Dafür kann man mit ihm auch am Pistenrand fahren und den einen oder anderen Buckel nehmen, wenn die Piste nicht mehr ganz so plan ist wie noch in den Morgenstunden. Ein ganzer Tag mit einem Slalomski ist aber eine kräfteraubende Sache: Vor allem für die, die sauber auf der Kante ziehen wollen. Weil, klar: Bei den kurzen Radien, die man mit einem Slalomski fährt, macht man wohl doppelt so viele Schwünge wie mit einem Riesentorlaufski. Und das hängt sich an.
Bei Silvretta Sports gibt es in dieser Kategorie den Atomic S7, den Rossignol Hero Elite, den Salomon Race Shot und den Fischer RC 4 Worldcup. Der Fischer ist hier ebenfalls das aggressivste Modell mit dem engsten Radius, der Atomic ist der vielleicht benutzerfreundlichste weil sein Radius etwas größer ist und der Ski also ruhiger auf der Piste liegt. Der Salomon und der Rossignol liegen in der Mitte. Der Allroundski: Spaß auch abseits der Pisten Vernünftig über die Pisten cruisen, hin und wieder aber auch mal ab ins Tiefe oder in eine Buckelpiste: dafür sind Allroundski gemacht. Sie werden Körperlang gefahren. Die Taillierung ist nicht so aggressiv wie bei einem Slalomski und die Ski sind insgesamt relativ breit, selbst an der schmalsten Stelle gerne mal 80 Millimeter und mehr – das sorgt im Tiefen oder auch bei salzigen, weichen Bedingungen für Auftrieb. Dafür muss man mit ihnen Abstriche in SachenDrehfreudigeit machen, und beim Skikurs-Abschlussrennen wird der mit dem Riesentorlauf-Rennski wohl ebenfalls die Nase vorne haben – wenn er den die Kraft und die Technik hat um den Ski auf die schnelle Kante zu legen. Und dort zu halten.
Bei Silvretta Sports gibt es in dieser Saison vier besonders hochwertige Allroundski im Verleihangebot: Den Fischer RC One, den Atomic Vintage 79 TI, den Völkl Deacon 80 und den Head Super Shape Magnum. Der Head Magnum ist von den Modellen der klassischste – Man kann mit ihm die Piste aber auch mal verlassen, aber eigentlich ist er für den komfortablen Pistentag gedacht, der einen auch mal ein oder zwei Hänge lang in den Tiefschnee führt. Die Modelle von Völkl und Atomic sind Off-Piste annähernd gleich gut wie auf den präparierten Stellen, weil sie bereits ordentlich Auftrieb produzieren, trotzdem aber noch eine vernünftige Taillierung aufweisen. Das Modell von Fischer ist von den ausgestellten Varianten das Tiefschneetauglichste: Mit einer Mittelbreite von 86 Zentimetern geht am Deutlichsten in Richtung Off-Piste-Wunder.