DIE JAMTALHÜTTE. BREITE SCHULTERN AM ENDE DES TALS

Die Jamtalhütte ist ein Rufzeichen in der Paznauner Landschaft, 2165 Meter hoch gelegen, gute zehn Kilometer von Galtür entfernt. Sie lädt dazu ein, die Stille des Jamtals zu genießen, dessen Sound im Sommer vor allem von lebendigen Bächen und vergnügten Rindern geprägt wird. Für Trisanna hat Tim Möller-Kaya die beliebte Hütte gemalt. Hier kommen die zugehörigen Fakten.

Die Jamtalhütte gehört der Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins. Sie ist ein idealer Stützpunkt, um die Jamspitzen, das Fluchthorn und die Dreiländerspitze zu besteigen.

Die erste Version der Jamtalhütte stammt aus dem Jahr 1882. Sie bot zehn Menschen Unterkunft, die sich freilich selbst versorgen mussten. Als in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts der Skitourismus zu boomen begann, bekam auch die Jamtalhütte das zu spüren. Zwischen 1929 und 1932 wurde das Haus renoviert und modernisiert, es bekam fließendes Trinkwasser und wurde ans Stromnetz angeschlossen.

Während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren wurde die Hütte vom Grenzschutz genützt. Erst 1955 bekam die Sektion Schwaben ihr Haus zurück.

Die Jamtalhütte war schon zu dieser Zeit ein beliebtes Haus, auch wenn sie bis 1958 noch mit Zugpferden und Tragtieren versorgt werden musste. Zwischen 1958 und 1961 wurde die Hütte, in der vor allem im Frühjahr, der Lieblingszeit unter Tourengängern, Platznot herrschte, um den sogenannten Robert-Leicht-Bau erweitert.

Weitere Umbauten erfolgten zwischen 1978 und 1979, als alte Hüttenteile abgebrochen und neu gebaut wurden. Nach Beschädigungen durch diverse Lawinenabgänge im Katastrophenjahr 1999 wurde die Hütte umfassend repariert und lawinensicher gemacht.

Sie ist ein schönes Ziel für Wanderer, die hoch hinaus wollen, die Jamtalhütte. Aber allein der Weg von Galtür hinauf zur Hütte lohnt sich. Pächter Gottlieb Lorenz sorgt mit seinem Team für ein herzerwärmendes kulinarisches Programm, Klassiker und Novitäten inklusive. Der Weg macht Spaß, wenn man ihn zu Fuß in Angriff nimmt, mit dem Fahrrad, eventuell auch mit dem E-Bike.

Übrigens: Wer keine Lust hat, seinen Rucksack duchs Jamtal zu schleppen, kann ihn hinauf transportieren lassen. Wobei: Der Rucksack muss leicht genug sein, damit man ihn zu Fuß wieder ins Tal bringen kann – auf dem eigenen Rücken.

Illustration: Tim MÖller-Kaya