TRISANNA HISTORY: DIE SCHÜTZENKOMPANIE KAPPL

Im Jahr 1951 wurden die Kappler Schützen wieder gegründet. Ihre Geschichte beginnt aber weit früher. Ein historischer Querschnitt von der ersten Erwähnung bis zur Gegenwart.

„Die Landmilitiae (Schützenkompanie) mit 25 Mann unter Korporal Christian Pall (aus Ulmich) haben Ihro hochfürstbischöfliche Gnaden mit Salve geben löblich bedienet.“

Mit diesen Worten wurden die Kappler Schützen das erste Mal urkundlich erwähnt. Und zwar in der Kappler Kirchenchronik aus dem Jahr 1734 des damaligen Pfarrers Aigner. Bei den Feierlichkeiten zur Einweihung der neu gebauten Kirche in Kappl hatten die Schützen nämlich schon damals Repräsentationspflichten zu erfüllen. Ihre Hauptaufgabe war damals aber eine andere: Die militärische Landesverteidigung.

Die Geschichte der Schützenkompanie Kappl beginnt nämlich nicht erst im Wiedergründungsjahr 1951. Eine Chronik aus der Zeit davor fehlt allerdings leider. Das könnte daran liegen, dass sie davor keine eigene Kompanie, sondern ein Zug der Landecker Schützenkompanie gewesen sein könnten. Trotzdem wurden über die Jahre einige interessante Hinweise auf die Geschichte der Kappler Schützen gefunden. Zum Beispiel diese:

– 1796/97 wird im Zusammenhang mit der Schützenkompanie Landeck ein Christian Stark erwähnt. Er kam aus Kappl, war Oberleutnant bei der Gerichts-Schützenkompanie Landeck, der auch ein Zug der Gemeinde Kappl angehörte.

Kappler Schützen im Jahr 1913 vor dem Hotel Schwarzer Adler, das heutige Hotel Post, in Kappl. Foto: Gerald Zangerle
Michael Haas, ebenfalls aus Kappl, hat mit 18 Schützen den Posten Brente im Tannenheimertal am Joch bei Hindelang besetzt. Er wehrte erfolgreich den Angriff der Franzosen ab.

– 1809 wehrten zwei Kappler Schützenkompanien mit anderen Schützen in der Schlacht am Giggler Tobl das Eindringen bayerisch-französischer Truppen in das Paznaun ab, erbeuteten eine Fahne und eine Kanone und nahmen 40 Mann gefangen.

– Während dieser Schlacht soll dem Kappler Wirt Franz Anton Huber von einem bayrischen General ein Posten als Oberleutnant in der bayrischen Armee angeboten worden sein.

– In der Schlacht von Solferino 1859 war der Kappler Alois Sailer Zugsführer der Kompanie des Gerichts Landeck. Seine Leistungen waren so gut, dass er die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen bekam. Sieben Jahre Später, die Schützenkompanie hatte gerade den Angriff der zahlenmäßig überlegenen Italiener erfolgreich abgewehrt, wurde ihm vom Kaiser die „Allerhöchst belohnende Anerkennung“ ausgesprochen und er wurde mit der Militärverdienstmedaille am Band des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnet.

Gruppenfoto der Schützenkompanie Kappl 1976
– Am 23. Juni 1915 zog das Landecker Schützenbataillon nach der Kriegserklärung der Italiener mit 500 Mann in den Kampf um die Freiheit Tirols. Eine der drei Kompanien setzte sich aus Standschützen des Paznaun zusammen – unter Führung des Kapplers Gottlieb Jehle.

– Nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland wurden die Waffen abgeliefert. Die Schützen aus Kappl waren während der Kriegszeit und in den Nachkriegsjahren nicht aktiv.

– Nach 13 Jahren Pause wurde die Schützenkompanie Kappl 1951 wiedergegründet. 32 Mann waren zu Beginn dabei. 1959 wurde sie dann mit der überlieferten Tracht ausgestattet, die bereits über hundert Jahre davor getragen wurde.

– Auch heute ist die Schützenkompanie hochaktiv und hat bei Wettbewerben in den vergangenen Jahrzehnten unter Beweis gestellt, ausgezeichnete Scheibenschützen in ihren Reihen zu haben.

Fotos: Schützenkompanie Kappl