Trisanna on tour: Skifahren in Japan

Christoph Sonderegger kommt aus Mathon und arbeitet normalerweise in der Skischule Ischgl. Diesen Winter war er aber in Japan. Hier erzählt er, wie es war. Unglaublich viel Schnee, drei Mal die Woche bis zu einem halben Meter Neuschnee, und der Schnee dann noch so leicht und pulvrig, ideal zum Tiefschneefahren: Wenn Christoph Sonderegger an Japan denkt, dann hat er immer den Schnee vor den Augen. Drei Monate war der Mathoner in dieser Wintersaison in Japan, genauer gesagt im Hakuba Valley in der Provinz Nagano als Skilehrer. Seit zwei Wochen ist er wieder zurück im Paznaun, und wir wollten von ihm wissen, was der Unterschied zwischen hier und dort ist.
„Es ist ein anderer Schnee als bei uns“, sagt Christoph, „der Schnee ist viel leichter, das liegt daran, dass er aus Sibirien kommt, also kälter ist, und dann noch übers Meer geht, bevor er hier runter kommt. Das macht ihn so pulvrig.“ Schneesicher ist es ausserdem, und wenn man Tiefschnee fährt, dann geht es immer durch eine wilde Vegetation. Fast überall gibt es Bäume oder Sträucher, durch die man fahren muss. Die Amerikaner kennen und schätzen das als Tree-Runs, und in Japan gehört das ebenfalls zur Tagesordnung. Daneben gibt es noch relativ viele Buckelpisten und generell sind schwarze Pisten nicht präpariert.
„Japaner sind sehr gute, technisch interessierte Skifahrer“

Christoph Sonderegger
„Japaner sind gute Skifahrer“, sagt Christoph, „sie fahren nicht nur einfach, weil sie daran Spaß haben, sie wollen alles richtig machen.“ Niemand kracht hier einfach den Berg runter, und wenn in Japan jemand Skifahren lernen will, dann will er es richtig und technisch einwandfrei und sauber lernen. Besonders lustig fand er, dass sich „die Japaner gerne gegenseitig beim Skifahren filmen. Oder Einzelfahrten aufnehmen.“
Die Skigebiete in Japan selbst sind aber nicht mit österreichischen zu vergleichen, sagt Christoph, Hakuba Valley ist so etwas wie die Kernzone des Japanischen Skisports, hier haben 1998 die alpinen Bewerbe der Olympischen Spiele in Nagano stattgefunden, Hermann Maier, der Sturz, wir erinnern uns. Es besteht aus neun, teilweise zusammenhängenden Skigebieten. Insgesamt gibt es hier 135 Lifte, davon aber nur fünf Seilbahnen. Und diese sind alle in die Jahre gekommen. Die meisten Anlagen sind in den 1980ern errichtet worden, damals war Skifahren in Japan richtig populär. Aber die Sessellifte sind veraltet, die meisten, sagt Christoph, sind alte Zweiersessellifte, natürlich ohne Windhauben, und die meisten ohne Sicherheitsbügel. Die Life greifen oft auch nicht ineinander, um von einem Sessellift zum nächsten zu kommen muss man gehen oder schieben, und wenn nicht gerade Hauptsaison ist, dann sind viele Lifte während der Woche auch abgedreht. Die Liftpreise sind dafür jedenfalls auch deutlich billiger, sie kosten je nach Skigebiet an die 40 Euro. Drei Monate war Christoph in diesem Winter in Japan, mit drei Paar Ski und jeder Menge Equipment. In seiner Skischule, die einem Australier gehört, für den Christoph im vergangenen Sommer in Australien gearbeitet hat, hat er vor allem Australier und Amerikaner betreut. Christoph: „Aber Skifahren in Japan ist sehr international, es kommen sehr viele Chinesen, Thais, Russen aber natürlich auch Japaner. Viele kommen zum Tiefschneefahren.“ Viel Ablenkung gab es dabei übrigens nicht. Skihütten gibt es in Hakuba wenige, Aprés-Ski oder Schirmbars wie bei uns kennen die Japaner überhaupt nicht. Christoph: „Die Japaner gehen nach dem Skifahren lieber ins Onsen, die heißen japanischen Quellen.“
Wer mehr über Christophs Abenteuer lesen will – unsere Freunde von Mogasi haben ihn im Winter in Japan besucht.