VON DER KUNST, AUF BERGE ZU LAUFEN

Martin Mattle ist 25, liebt die Berge, den Sport und das Extreme. Der Mathoner kombiniert das, indem er Trails durch die Berge läuft. Als einer der besten Bergläufer des Landes ist er auch beim Silvrettarun dabei, dem schon klassischen Bergmarathon im Paznaun.


Du bist Extremläufer, kämpfst dich über Trails in den Bergen, über hunderte Höhenmeter hinweg oft auch quer durch die Natur. Warum machst du, was du machst?
Nach Wandern, Mountainbiken, Skifahren und Berglaufen kam es zum Trail-Laufen. Ich bin in den Bergen aufgewachsen und sportbegeistert. So passt das zusammen.

Worin liegt der Reiz des Extremen?
Wenn man am Berg läuft, ist einfach nicht jeder Schritt gleich. Ich muss immer aufmerksam sein, immer nachdenken, wie ich meinen Körper einsetze. Das ist für mich viel interessanter, als gleichbleibend auf Asphalt zu laufen. Und ich mach’ das nur, so lange es mir Spaß macht.

Wie trainierst du?
Nach Lust und Laune.

Du hast keinen Trainingsplan?
Ich laufe manchmal gleich von unserem Haus in Mathon los, manchmal fahr ich rein in die Silvretta und lauf dann von dort los. Ich mach das jeden Tag, das schon, und mindestens zehn Kilometer. Manchmal lauf’ ich eine Stunde, manchmal dreieinhalb und wenn’s mich nicht mehr freut, lauf ich nachhause. Das ist der ganze Plan.

Bei Wettkämpfen geht es ja dennoch auch um die Zeit. Wie machst du dich schneller?
Ich laufe mein Rennen, gebe mein Bestes und bin auch erschöpft im Ziel. Aber nicht am Ende.

Du kotzt nicht im Ziel, wie manche Marathonläufer es tun?
Ich achte darauf, wie viel mein Körper hergibt. Es kommt aber schon vor kann schon vor, dass die Wadeln am Schluss verkrampfen.

Was ist mit einer Pulsuhr? Jeder Hobbyläufer hat doch eine Pulsuhr?
Ich habe keine Pulsuhr. Ich lauf nach Gefühl, und in den Bergen, wo der Puls schon automatisch höher ist, macht eine Pulsuhr sowieso kaum Sinn. Als ich beim Heeressport war, habe ich anders trainiert, viel gezielter. Dabei sind aber die Leistungen abgefallen. Also hab ich das wieder geändert. So, dass es mir vor allem Spaß macht.

Welche Ziele hast Du?
Irgendwann möchte ich mal einen 100-Kilometer-Trail laufen.

Warum, bitte?
Ich kann mir noch nicht ganz vorstellen, dass das geht. Aber es geht. Ich bin noch weit davon entfernt. Vielleicht schaff ich es in zehn, vielleicht in 15 Jahren. Darauf will ich hinarbeiten. Und zwar so, dass ich das auch mental verkrafte. Das wäre schon lässig.

Wenn du Trails läuft, kannst du dir die Strecken dann eigentlich vorher ansehen?
Nein, das geht nicht. Die sind ja oft in der totalen Pampa.

Hast du dich schon einmal verlaufen?
Nicht nur einmal. Aber irgendwann kommt immer wieder ein Schild oder ein anderer Hinweis darauf, wie man wieder seinen Weg findet.


DER SILVRETTARUN
Am 14. Und 15. Juli finden gleich Berglaufrennen vor der beeindruckenden Alpenkulisse der Silvretta statt.
Die Route „Hard“ geht über 42,195 Meter und 1.814 Höhenmeter, die Route Medium über 29,9 Kilometer und 1.482 Höhenmeter und die Route Small über 11,2 Kilometer und 230 Höhenmeter.
Auch Kinderlaufe stehen auf dem Programm.

Alle Details finden sich hier.