Vitalpin: So geht das Leben in den Bergen

Hannes Parth, bis vor kurzem Vorstand der Silvrettaseilbahn AG, hat ein neues Projekt aus der Taufe gehoben. Es soll dafür sorgen, dass der Tourismus in den Alpen wieder den Stellenwert bekommt, den er verdient. Für die Menschen in den Tälern – und auch die Touristen selbst. Die Interessen im Tourismus bündeln, Seilbahnern, Hoteliers und Gastronomen, Skischulen und .Tourismusverbänden eine gemeinsame Stimme geben, und damit insgesant mehr für den Tourismus in den Alpen erreichen: Darum geht es der Initiative Vitalpin, die der ehemalige SSAG-Vorsitzende Hannes Parth in diesen Wochen gegründet hat. Hannes Parth: „Wir haben alle ein gemeinsame Ziel, wir haben bisher aber immer getrennt für unsere Interessen gekämpft. Wenn wir gemeinsam auftreten, dann werden wir stärker wahrgenommen.“ Dass das bitter notwendig ist, ist Parth in seiner langen Karriere als Seilbahner aufgefallen: „Wir müssen versuchen, der Bevölkerung ein besseres Bewusstsein für den Tourismus zu vermitteln. Das ist dringend notwendig, denn wir merken, dass die Projekte für uns immer schwieriger umzusetzen werden“. Konkret meint Parth damit Themen wie den möglichen Zusammenschluss der Skigebiete Kühtai und Hochötz. Dass es dort so viel Widerstand gibt, liegt laut Parth vor allem daran, dass die Menschen nicht richtig informiert sind. „Man muss das einfach so sagen: Die Medien berichten oft nicht gerade positiv über uns, sie verwenden nur Informationen, die von unseren Gegnern gestreut werden. Das liegt manchmal auch daran, dass wir uns nicht ausreichend Gehör verschaffen.“ Mit Vitalpin soll das nun anders werden. An die 25 Firmen und größere Verbände sind bereits Mitglied der Vereins, dazu gehören Seilbahngesellschaften, Hotelier- und Gastronomieverbände aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol, aber auch die Privatzimmer-Vermieter und der Südtiroler Bauernbund sowie größere Unternehmen, die direkt vom Skitourismus abhängen wie der Seilbahn-Hersteller Doppelmayer oder der Beschneiungsanlagenbauer Technoalpin. Gemeinsam wollen die Firmen nun den Dialog mit Interessensvertretern, NGOs und der Politik. Gemeinsam wollen sie „zukunftsweisende Tourismus-Konzepte verantwortlich mit gestalten, aber auch nachdrücklich die Bedeutung des Tourismus als Lebensgrundlage für die Menschen in den Alpen aufzeigen“.
Denn der Tourismus ist in vielen Alpenregionen die wesentlichste Lebensgrundlage. Hannes Parth: „Natürlich ist der Naturschutz wichtig, aber wir dürfen auch die Menschen nicht vergessen. Die Alpen sind Jahrtausende alte Kulturlandschaft, und wir können den Menschen nicht die Lebensgrundlage entziehen.“ Und weiter: „Viele dieser Organisationen, die behaupten, den Alpenraum zu vertreten, sitzen in den Ballungsräumen, dort Arbeiten Städter und ihre Mitglieder sind auch Städter.“ Vitalpin will nun die Informationen der einzelnen Mitglieder bündeln und zentral Medien ansprechen oder ein Gegengewicht zu anderen Organisationen darstellen. „Es ist jedenfalls kein einfaches Brot. Wir stehen in einem Wettbewerb mit anderen Freizeitanbietern, die Menschen gehen Radfahren, die Tourismusdestinationen an den Seen öffnen immer früher, die Diskussion ums Klima verschärft das alles noch. Wir müssen hier wirklich aufpassen und unsere Interessen wahren.“