Sag mir was du isst und ich weiß, woher du bist


Andere Länder, andere Sitten: Gerade in Ischgl und im Paznaun weiß man das wie an wenigen Orten sonst. Vor allem in der Küche. Worauf kommt es bei welchen Gästen an? Das haben wir Christian Törf gefragt, Küchenchef im Alpenhaus, und er hat uns die Unterschiede zwischen Österreichern, Russen und Holländern verraten. Mahlzeit!

Das Alpenhaus: Auf 2.300 Metern Seehöhe gelegen, mitten auf der Idalp, wenn man in Ischgl Skifahren geht, dann kommt man daran eigentlich nicht vorbei. Und wenn man auf gute Weine und ausgezeichnetes Essen Wert legt, dann schon gar nicht: Seit diesem Jahr ist das Alpenhaus nämlich im renommierten Restaurantführer Gault-Millau mit einer Haube ausgezeichnet. Für ein Bergrestaurant, das manche frecherweise immer noch als „Skihütte“ bezeichnen, ist das eine ziemliche Leistung.

Für das ausgezeichnete Essen hier ist Christian Törf verantwortlich, er ist der Küchenchef des Alpenhauses und kümmert sich auch, aber nicht nur, um die VIP-Lounge und die Sonnenterrasse im oberen Stock. Dort trifft und sieht er die unterschiedlichsten Gäste aus den unterschiedlichsten Nationen mit den unterschiedlichsten Vorlieben (mehr darüber erzählt er uns am Mittwoch in der Rubrik „Menschen im Paznaun“, dem Vernehmen nach kocht er da auch für unseren Instagram-Stream, aber psst). Als kleinen Vorgeschmack erzählt er uns aber schon mal, worauf es bei den unterschiedlichen Gästen ankommt. Es ist nämlich so: In der Vorweihnachtszeit gibt es mehr Schnitzel und Pasta. Da kommen vor allem Skifahrer, die wollen schnell essen und dann wieder raus auf die Piste. Aber sobald Weihnachten da ist, gönnen sich auch die Gäste ein bisschen mehr. Da bestellt man dann schon mal einen besseren Wein, oder auch ein Rib-eye Steak.  „Mir ist wichtig, dass es Spaß macht und dass die Gäste zufrieden sind. Wir machen den Gästen auch gerne Käsekrainer oder Kartoffelpüree mit Erbsen. Wenn sie sich das wünschen“, sagt Christian Törf.


Im Jänner, wenn die russischen Gäste im Paznaun zu Besuch sind, muss man immer genug Kaviar und Austern im Haus haben. Denn das wird dann auch wirklich ausreichend bestellt. Was bei den Russen noch wichtig ist? Russen sind es gewohnt, ihr Essen in die Mitte des Tisches zu stellen und alles zu teilen. Deswegen muss das Essen auch nicht für alle gleichzeitig kommen. Hauptsache es ist schnell am Tisch. „Dawai“, wie die Russen sagen würden.

Die Holländer sind große Pommes-Fans, das klingt nach einem Klischee, ist aber so. Wir müssen ihnen eher die Frage stellen „Was möchten Sie zu Ihren Pommes essen?“ Ansonsten sind sie uns Österreichern und Deutschen nicht unähnlich.