WENIGER LICHT, MEHR FARBE

Der Herbst ist eine Zeit des Übergangs. Tiere und Pflanzen bereiten sich auf den Winter vor, einige sind gut damit beschäftigt, sich das Überleben zu sichern. Vier Beispiele dafür, was sich da draußen gerade so tut.

Farbschauplatz Wald
Rot, Orange und Gelb, Ocker, Braun und fast schon Schwarz und alle Schattierungen dazwischen nehmen die Blätter der Bäume im Herbst an. In diesen Tagen leuchtet der Wald. Die herbstliche Farbenbracht hat dabei damit zu tun, dass sich eine Farbe, die sonst die anderen überdeckt, aus den Blättern verabschiedet hat und in den Stamm gewandert ist: Das Grün. Der Baum braucht das normalerweise für die Photosynthese, um also aus Licht und Kohlenstoff Energie zu gewinnen. Im dunklen Winter zahlt sich das nicht aus. Deshalb zieht der Baum das Chlorophyll, das grüne Pigment,  aus den Blättern ab und speichert es in Ästen, Stamm und Wurzeln. Sobald es im Frühling wieder wärmer wird, bringt er es wieder in die neuen Blätter.

Geordneter Rückzug
In den kommenden Wochen verabschiedet sich auch ein Lieblingstier der Alpen: das Murmeltier. Es zieht sich mit seiner Großfamilie in den Bau zurück, der weit unter der Erde liegt. Über den Sommer haben sich die Tiere einen ziemlichen Fettposter angefressen. Sechs, sieben Monate müssen sie nun damit auskommen. Nachschub gibt es hier nicht, und raus aus dem Bau können sie nicht wirklich. Der Herzschlag, der ganze Stoffwechsel wird auf ein Mindestmaß heruntergeschraubt. Gerade noch irgendwie am Leben kommen sie über den Winter.

Lauter Laute
Es geht mitunter ganz schön wild zu in so einem Herbstwald: Es wird georgelt, geröhrt, geknarzt und geknört und das alles hat, wie so oft in der Natur, mit dem Werben um ein Weibchen zu tun. Zum Herbst gehört auch die Hirschbrunft. Die männlichen Tiere stoßen dabei nicht nur unbeschreiblich archaische Laute aus, sondern liefern sich Geweih-Kämpfe, suhlen sich im Schlamm oder Pinkeln um die Wette. Es geht schließlich um was: Der Gewinner bekommt die Hirsch-Frauen. Und zwar alle ihres Reviers.

Verstimmungsmelder
Mit dem Herbst werden die Tage kürzer und oft wird auch das Wetter trüber, wobei Ausnahmen wie in diesem Jahr natürlich die Regel bestätigen. Gar nicht so wenigen Menschen schlägt das aufs Gemüt. Sie werden im Herbst schneller müde, sie fühlen sich antriebslos und würden am liebsten gar nicht erst aufstehen. Genau das aber sollten sie tun: aufstehen und rausgehen. Der Lichtmangel trägt schließlich dazu bei, dass unser Körper im Herbst weniger Glückshormone ausschüttet. Bewegung im Freien kann dabei helfen, zumindest die gelegentlichen Durchhänger zu überwinden.