Wie wird ein Renn-Ski zur Renn-Rakete?

Dieses Wochenende ist es wieder soweit: Hahnenkamm-Wochenende! Wie schnell die Rennfahrer ins Ziel kommen, liegt aber nicht nur an ihnen, sondern auch an ihrem Material. Was sind das eigentlich für spezielle Geräte, mit denen sie unterwegs sind? Hannes Gastl von der Skiwerkstatt Silvretta Sports hat es uns verraten.

Wenn sich die besten Speed-Spezialisten der Welt heute und morgen über die Streif in Kitzbühel hinunterwerfen, dann kann einem sogar vor dem Fernseher richtig schwindlig werden. Über 150 Kilometer pro Stunde können die Fahrer schnell werden, Michael Walchhofer kam 2006 im Zielhang sogar auf 153 km/h. Das geht natürlich deshalb, weil sie die besten Skifahrer der Welt sind, aber auch, weil sie das beste Material unter den Füßen haben. Und weil ihre Ski richtig hergerichtet sind. Aber was heißt das?


Im Wesentlichen geht es um die Kanten und um den Belag. „Bei einem Rennski“, erklärt Hannes Gastl, „werden die Kanten anders geschliffen als bei einem reinen Verleih-Ski.“ Anders als bei normalen Hobbyläufern, deren Kanten rechtwinkelig geschliffen sind, haben Rennski einen Winkel von meistens 86 Grad. Wenn man den Ski auf die Kante legt und carvt, dann greift er früher. Ein weiterer Unterschied: Hobbyski sind im Bereich der Schaufel stumpf – Rennski sind hingegen bis ganz nach vorne durchgeschliffen. Auch das sorgt dafür, dass sie früher greifen und schneller ziehen. Das alles erklärt (neben der Technik und der enormen Kraft, die Skifahrer haben), warum Rennläufer selbst auf Pisten präzise den Ski halten, die so glatt sind, dass Normales darauf maximal mit Eislaufschuhen eine gute Figur machen könnten.

Wie der Schliff der Kanten ist auch die Wahl des Wachses und die eingearbeitete Struktur im Belag von großer Bedeutung. Die Struktur erkennen Laien, wenn sie den Ski umdrehen und auf den Belag schauen. Der ergibt ein Muster, das aus den Rillen entsteht, die in den Belag gearbeitet sind. „Tiefere Rillen sind wichtig, damit das Wasser verdrängt und die Geschwindigkeit erhöht wird“, sagt Gastl. Wenn der Ski ganz glatt wäre, würde er nämlich wie ein Saugnapf an der Piste kleben.

Wie ein Ski genau präpariert wird, hängt vor allem aber von den äußeren Bedingungen ab. Wie kalt ist es? Wie ist die Schneebeschaffenheit? Hannes Garstl: „Einen Ski im Winter bearbeitet man ganz anders als im Frühjahr.“ Die Service-Leute der Weltcup-Stars tüfteln einstweilen schon längst über die perfekte Abstimmung für die Hahnenkamm-Rennen morgen. Wer am Ende ganz vorne ist, liegt nämlich zu einem nicht unerheblichen Teil an dem, was die Fahrer unter ihre Füße geschnallt haben.