WO ES WEHTUT UND WARUM

Skifahren, Snowboarden und Tourengehen ziehen im besten Fall nur einen Muskelkater nach sich. Leider geht’s manchmal aber auch schmerzhafter. Dann ist es gut, wenn Ärzte vor Ort sind, die mit diesen Verletzungen vertraut sind.  Ein Gespräch mit der Ärztin Christel Plaizier in Galtür.

Christel Plaizier ist 46 Jahre alt, kommt aus Rotterdam und war früher auch schon zum Skifahren im Paznaun. Gekommen, um zu bleiben, ist sie aber vor rund 15 Jahren als Ärztin. Sie arbeitet in der Praxis von Dr. Friedrich Treidl in Galtür.

Frau Doktor Plaizier, auf welche Verletzungen und Krankheiten muss man sich im Skiurlaub besonders gefasst machen?

Christel Plaizier: Es gibt natürlich nichts, das es nicht gibt, aber Wintersport bringt in jedem Fall viele Sportverletzungen mit sich. In diesem Winter war allerdings auch die Grippe ein sehr großes Thema. Übrigens nicht nur bei Urlaubern, sondern auch bei den Einheimischen und all jenen Menschen, die hier arbeiten.

Erkennen Sie eigentlich anhand der Verletzungen gleich, ob jemand Skifahrer oder Snowboarder ist?

Bei Skifahrern kommt es sehr oft zu Knieverletzungen, auch Schulterverletzungen nehmen jetzt zu. Snowboarder wiederum verletzen sich öfter das Handgelenk.

Können Sie in der Arztpraxis, in der Sie arbeiten, Schlüsse auf die Pistenverhältnisse ziehen?

Nicht unbedingt, aber eine Grundregel scheint schon zuzutreffen: Im Frühjahr, wenn der Schnee oft schwer und matschig wird, kommt es öfter zu Muskelverletzungen. Wenn es aber sehr kalt und der Schnee dementsprechend hart ist, sehen wir mehr Knochenbrüche und Schnittverletzungen.

Haben Sie neben den Knochenbrüchen und Muskelfasereinrissen eigentlich auch mit so etwas wie Fußpilz zu tun?

Eigentlich nicht, da sind mir keine Fälle bekannt und ich weiß auch nicht, ob man mit einem Fußpilz im Urlaub zum Arzt geht. Außerdem gehe davon aus, dass das Wellness-Angebot unserer Hotels allen hygienischen Richtlinien genügt.

Wodurch unterscheidet sich ihre Praxis im Vergleich zu der eines Allgemeinmediziners in der Stadt?

Wir sind eine Landpraxis und relativ weit vom nächsten Krankenhaus entfernt. Wir verfügen über eine Hausapotheke, ein Röntgengerät, ein kleines Labor und über ein Ultraschallgerät. Alles, was zur Erstversorgung notwendig ist, haben wir vor Ort.

Sie stammen aus Holland, waren dort auch als Ärztin tätig. Was hat Sie nach Galtür gebracht?

Bei mir war es nicht die Liebe. Als meine Familie und ich einmal hier im Skiurlaub waren, hat sich meine Mutter verletzt. Sie wurde in der Praxis, in der ich jetzt arbeite, behandelt, und später, als ich selbst Medizinerin wurde, habe ich mich hier für ein Praktikum beworben. Als sich später die Gelegenheit bot, hier einzusteigen, bin ich nach Galtür bekommen. Die große Abwechslung, die eine Praxis am Land bietet, ist das, was mich daran reizt.

Christel Plaizier